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Daimlers Imagekampagne : Sind wir nicht alle ein bisschen Lagom?

Schwedens preisgekrönte Fotografin Lola Akinmade Akerström erklärt das schwedische Wort „lagom“. Bild: Susanne Preuß

Lagom: So fasst Daimler imagewirksam seine schöne neue Elektroauto-Welt zusammen. Und stimmt auf die Enthüllung seines ersten E-Mercedes in Stockholm ein.

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          Der Tag, an dem Mercedes das große Geheimnis um die neue Generation von Elektroautos enthüllt, beginnt mit Aufklärung: Was ist Lagom? Wikipedia weiß es – nämlich, dass es für dieses schwedische Wort keine deutsche Entsprechung gibt. Und Lola weiß es auch, eine preisgekrönte schwedische Fotografin, die mit Haut und Haaren so gar nicht dem Klischee einer Schwedin entspricht. Lagom, sagt Lola Akinmade Akerström den aus aller Welt angereisten Journalisten, ist eine Geisteshaltung: Es geht darum, immer die Balance zu halten, allen Stress zu reduzieren, wo es möglich ist.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Lagom, das will Daimler mit dieser Einführung wohl sagen, ist die Geisteshaltung, in der die Generation EQ erschaffen wurde. Einfach relaxed. Auch die Käufer sollen sich entspannen, hofft Jörg Heinemann, der für die neue Generation von Elektroautos Vertrieb und Marketing managt: An Ladesäulen-Stress soll keiner mehr denken müssen, der so einen Mercedes fährt. Außerdem erfüllt das Auto alle Wünsche, stellt er in Aussicht: wenn man lieber sportlich lospreschen will, dann klappt das, wer eher friedvoll in den Feierabend surfen will, soll das auch können. Schöne neue Welt…

          Dabei dachten wir immer: der EQ wird in Stockholm vorgestellt, weil Ola Källenius Schwede ist, jener Daimler-Vorstand, der aktuell Forschung und Entwicklung verantwortet und seit Jahren schon als heißer Kandidat für die Nachfolge von Dieter Zetsche an der Konzernspitze gehandelt wird. Aber das sind bestimmt nur die Fantasien von uns Journalisten. Genauso wie die Vorstellung, dass hinter den fest verschlossenen Türen der Daimler-Entwicklung von Lagom in letzter Zeit überhaupt nichts zu spüren war. Denn dass bei so einem grundlegenden Neustart irgendwas stressfrei sein könnte, oder auch nur stressarm, passt nicht in das Bild von Perfektion, das Daimler bisher – ganz nach dem Werbeslogan „Das Beste oder nichts“ – immer pflegt.

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