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Lab 1886 : Investor kauft die Ideenschmiede von Daimler

Im „Lab 1886“ können auch unter dem neuen Eigentümer Ideen reifen. Denn Ulrich Dietz bringt viel Erfahrung aus der digitialen Wirtschaft mit. Bild: Daimler

In seinem Zukunftslabor entwickelte Daimler innovative Geschäftsmodelle außerhalb der klassischen Automobilproduktion. Nun zahlt der IT-Unternehmer Ulrich Dietz 100 Millionen für das „Lab 1886“ und übernimmt auch alle Patente.

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          Der umtriebige Unternehmer Ulrich Dietz, Großaktionär des IT-Dienstleisters GFT und Vizepräsident des Verbands Bitkom, probiert noch einmal etwas Neues. Er übernimmt das „Lab 1886“, das Zukunftslabor des Daimler-Konzerns, mitsamt maßgeblichen Projekten und Patenten. Dafür soll Dietz einen Kaufpreis von knapp unter 100 Millionen Euro bezahlen, berichtet die „Wirtschaftswoche“, ohne dafür eine Quelle zu nennen.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Tatsache ist, dass Dietz sich als leidenschaftlicher Innovator profiliert hat und mit seinem Innovationshub Code_n seit vielen Jahren Start-ups aus der digitalen Welt systematisch gefördert hat. Das Lab 1886 wiederum, dessen Name an die Erfindung des Automobils im Jahr 1886 erinnert, ist vom Daimler-Konzern geschaffen worden, um neue Geschäftsmodelle auch außerhalb des Autobaus zu entwickeln. Das Schaffen des Lab 1886-Teams mit rund sechs Dutzend Beschäftigten unter der Führung von Susanne Hahn konnte Ulrich Dietz schon seit längerem aus nächster Nähe betrachten, denn das Daimler-Lab hatte in dem von Dietz geschaffenen Innovationscampus am Rande von Stuttgart eine ganze Etage gemietet.

          Offene Plattform für die Industrie

          Mit genau derselben Adresse gibt es mittlerweile eine Gesellschaft mit dem Namen 1886 Ventures und der Investmentgesellschaft der Familie Dietz, RB Capital, als Haupteigentümer und Ulrich Dietz als Geschäftsführer - ein klarer Hinweis darauf, wo künftig die Geschicke des Lab 1886 bestimmt werden. Das Innovationslab gehe jetzt den nächsten Schritt und entwickele sich weiter zu einer offenen Innovationsplattform, um auch für weitere Unternehmen neue Geschäftsmodelle entwickeln zu können, wird bei Daimler bestätigt. Über das Geschäft mit Dietz will man nicht sprechen. Es heißt lediglich, Daimler befinde sich „in Gesprächen mit potentiellen externen Partnern“.

          Denkbar ist, dass auch Dietz für das Lab 1886 weitere Optionen sieht. Die von ihm zu einem 5000-Mitarbeiter-Unternehmen entwickelte GFT Technologies SE, deren operative Führung er vor gut drei Jahren an Marika Lulay abgegeben hat, hat zwar ihr Kerngeschäft in der IT für die Finanzwelt, findet aber zunehmend Kunden in der Industrie. 

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