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Kurzarbeit : Kurz und teuer

Deutschland hat die Krise gut überstanden. Nun naht der Moment, in dem sich Unternehmen fragen müssen, ob eine längere Kurzarbeit nicht den nötigen Strukturwandel blockiert - zum Nachteil der Wettbewerbsfähigkeit. Der Anreiz zur Kurzarbeit muss nach 2010 wieder sinken.

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          Mit großer Entschlossenheit setzt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen dazu an, die attraktiven Sonderkonditionen der Kurzarbeit zu verlängern: Den Betrieben sollen bis Mitte 2012 die Sozialabgaben für ihre Kurzarbeiter erstattet werden. Gewerkschaften und Arbeitgeber (besonders aus der Metallindustrie) stehen der Ministerin deswegen seit Monaten auf den Füßen. Die Einwände der FDP gegen eine unkonditionierte Verlängerung der Kurzarbeiter-Subvention hat sie geflissentlich überhört und ein Gesetz vorgelegt. Sie muss sich deshalb von den Liberalen für den „Alleingang“ beschimpfen lassen.

          Zweifellos hat die Sonderregelung zur Entspannung am Arbeitsmarkt beigetragen. Deutschland hat die Krise so gut wie kaum ein anderes Land in Europa überstanden. Doch es naht der Moment, in dem sich Unternehmen fragen müssen, ob die Nachfragedelle wirklich vorübergehend ist oder ob eine längere Kurzarbeit nicht den nötigen Strukturwandel blockiert – zum Nachteil der Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem will sich von der Leyen die Verlängerung fast eine Milliarde Euro kosten lassen. So teuer muss es nicht werden. Der Anreiz zur Kurzarbeit muss nach 2010 wieder sinken.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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