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Europäische und amerikanische Börsen : Kursverluste nach dem Höhenflug

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Die Kurse an den europäischen Aktienmärkten haben am Dienstag überwiegend schwächer tendiert. Für schlechte Stimmung unter den Investoren sorgte das deutsche Investorenvertrauen, das hinter den Erwartungen zurückblieb.

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          Die Kurse an den europäischen Aktienmärkten haben am Dienstag überwiegend schwächer tendiert. Für schlechte Stimmung unter den Investoren sorgte das deutsche Investorenvertrauen, das hinter den Erwartungen zurückblieb. Dies verstärkte die Sorge, dass die Konjunkturerholung in der größten europäischen Volkswirtschaft nicht robust sein könnte. Der ZEW-Index für das Vertrauen von Investoren und Analysten fiel von 57,7 im September auf nun 56. Für den Euro-Raum-Aktienindex Euro Stoxx 50 ging es bis zum Handelsschluss um 1,2 Prozent auf 2879 Punkte nach unten.

          In Frankfurt fiel der Dax wieder hinter das Jahreshoch vom Vortag zurück. Das Kursbarometer schloss 1,2 Prozent im Minus mit 5714 Punkten. Titel der Deutschen Bank verbilligten sich um 1,5 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann hatte zuvor gesagt, die globale Finanzindustrie und die Wirtschaft blieben fragil. Zudem machten Gerüchte über eine Kapitalerhöhung die Runde.

          In London verlor der FTSE-100-Index 1,1 Prozent auf 5154 Punkte. Die Aktien von Lloyds Banking verloren 2,1 Prozent an Wert. Die Bank muss möglicherweise 2 Milliarden Pfund zahlen, um aus einem staatlichen Schutzprogramm herauszukommen. Der Bergbauwert Kazakhmys verteuerte sich gegen den Markttrend um 0,4 Prozent vor dem Hintergrund anziehender Rohstoffpreise. Bei Lonmin stieg der Kurs sogar um 1,9 Prozent. Der Platinförderer rechnet ab 2011 mit einer weltweiten Knappheit bei dem Edelmetall.

          Der Schweizer Leitindex SMI gab in Zürich um 0,9 Prozent auf 6321 Punkte nach. Investoren befürchteten, die nun schon sieben Monate währende Kursrally an der Börse könnte durch die tatsächliche wirtschaftliche Erholung nicht mehr gedeckt sein. In schwacher Verfassung präsentierten sich vor allem Versicherungswerte. Aktien von Swiss Life verbilligten sich um 2,5 Prozent.

          In Paris schloss der Cac-40-Index im europäischen Trend 1,2 Prozent im Minus auf 3801 Punkten. Titel von Crédit Agricole verloren 2,8 Prozent an Wert, nachdem die Aktien im Dow Jones Stoxx 600 mit den höchsten Bewertungen seit sechs Jahren gehandelt wurden.

          Die amerikanischen Börsen in New York tendierten überwiegend knapp behauptet. Viele Anleger zeigten sich enttäuscht vom Zwischenergebnis des Pharmakonzerns Johnson&Johnson. Der Konzern verfehlte im dritten Quartal die Markterwartungen. Die Aktie verbilligte sich um 2,5 Prozent. Der Dow-Jones-Index lag zum Handelsschluss 0,2 Prozent im Minus auf 9871 Punkten. Der marktbreite S&P-500-Index gab um 0,3 Prozent auf 1073 Punkte nach. Der Nasdaq-Composite-Index schloss nahezu unverändert mit 2140 Punkten. An der New York Stock Exchange wechselten am Dienstag rund 1,14 Milliarden Aktien den Besitzer. 1289 Werte legten zu, 1707 gaben nach und 114 blieben unverändert. Neue Höchststände verzeichneten 159 Titel, neue Tiefs 4. tim./Bloomberg/Reuters

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