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Wirecard : Kunden auf der Flucht

  • -Aktualisiert am

Wirecard am Scheideweg Bild: dpa

Früher war es für Wirecard ein Vorteil, dass der Markt für Zahlungen so agil ist. Der Nachteil daran: Nun können die Kunden auch schnell wieder weg sein.

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          Früher gehörte es für Wirecard zum guten Ton, neue Geschäftspartner bekanntzugeben. Die Liste von Unternehmen, die zumindest zeitweise ihre Zahlungen über das Unternehmen abwickeln ließen, ist lang. Das prominenteste aktuelle Beispiel ist die Aldi-Gruppe. Doch die Jubelmeldungen sind längst abgeklungen.

          Während sich in Deutschland noch zahlreiche Unternehmen bedeckt halten, wie sie es zukünftig mit Wirecard halten, werden im Ausland schon Nägel mit Köpfen gemacht. Mehrere Unternehmen haben angekündigt, ihre Zahlungen künftig nicht mehr von Wirecard erledigen zu lassen. In Aschheim hat man dem Vernehmen nach schon bemerkt, dass die Umsätze in den vergangenen zwei Wochen stark gesunken sind.

          Jetzt wird für Wirecard zum Problem, was lange Zeit ein Vorteil war: Auch wenn es etwas dauert, bis die Software von einem Zahlungsdienstleister auf den anderen umgestellt wird, so ist es doch problemlos möglich. Damit ist Wirecard als frecher Neuling in seine komfortable Position gekommen, weil es teilweise durch Kampfkonditionen agiler war als viele Banken. Doch die Kunden vertrauen Wirecard nun nicht mehr und können auch genauso schnell wieder weg sein. Das ist Disruption, nur andersherum.

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

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