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Digitalisierter Rennsport : Mit KI fast eine Minute schneller je Runde

Der Porsche 919 Hybrid bei einem Rennen in Mexiko Bild: EPA

Künstliche Intelligenz wird nicht nur in vielen Firmen gerne gesehen: Auch für Rennfahrer bietet maschinelles Lernen enorme Möglichkeiten. Porsche berichtet auf der Fachkonferenz AI-Con von einer erstaunlichen Geschichte auf dem Nürburgring.

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          Was hat der Nürburgring mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu tun? Überraschend viel, wie Porsche im Juni bewiesen hat, als es dem Rennfahrer Timo Bernhard gelang, den mehr als 35 Jahre alten Rundenrekord von 6:11 Minuten zu brechen, und um unvorstellbare 51,58 Sekunden schneller zu sein. Dass dies gelang, hängt damit zusammen, dass KI für die Optimierung des Autos eingesetzt wurde, sagt Roland Löffler, Spezialist für Datenanalyse und maschinelles Lernen im Porsche-Entwicklungszentrum Weissach.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Die Aerodynamik des Sportwagens sei erheblich verbessert worden, indem die beiden flexiblen Heckflügel des Autos perfekt aufeinander abgestimmt worden seien. Mit herkömmlicher Simulation wäre das nicht gegangen, mit all den möglichen Varianten wären selbst die Kapazitäten von Höchstleistungsrechners überfordert, berichtete Löffler auf der AI-Con, einer Fachkonferenz in Renningen. Die Herangehensweise von Ingenieuren mit maschinellem Lernen zu kombinieren führe aber schnell zum Ziel. „Diese Kooperation ist der Schlüssel zum Erfolg“, ist der Porsche-Experte überzeugt.

          Ähnliche Äußerungen fielen mehrfach auf der Konferenz, die sich vor allem der Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft widmete – und auch aus einer solchen entstanden ist. Eingeladen dazu hatten Bosch und das Cyber Valley, das sich seit der Gründung vor zwei Jahren um die Bildung eines Ökosystems von Unternehmen und Forschungseinrichtungen bemüht, in dem schnell wirtschaftlich verwertbare Ergebnisse erzielt werden. „Wir wollen unsere Produkte in intelligente Systeme verwandeln, indem wir Methoden der Künstlichen Intelligenz anwenden“, sagte Bosch-Chef und Gastgeber Volkmar Denner.

          Auf dem Sieger-Podest: Porsche-Team Timo Bernhard (rechts), Earl Bamber und Brendon Hartley im Juni in Frankreich

          Expansion ins Weltall

          Entscheidend sei das tiefe Wissen um die Funktionsweise von Mobilität, Industrie oder auch Gebäudetechnik. Mit Methoden der KI mache Bosch aus herkömmlichen Produkten intelligente Systemen. Der „hybride Ansatz“, der auch dem Rennwagen von Porsche Flügel verliehen hat, nämlich die Kombination von herkömmlichen Algorithmen mit KI, mache die Entwicklung effizient. Als Beispiel nannte Denner Videokameras für das Autonome Fahren, optische Qualitätskontrollen in der Industrie oder den smarten Mähroboter, der nicht nur jene Hindernisse erkennt, die man ihm zuvor genannt hat, sondern auch ständig dazulernt.

          Mit einer KI-Lösung namens „Sound-See“ wird Bosch sogar im Weltraum präsent sein, sagte der zuständige Geschäftsführer Michael Bolle. Das Sound-See-System zeichnet innerhalb der Raumstation ISS Geräusche auf und analysiert sie. Dabei lernt das System zu erkennen, ob bestimmte Geräte oder Maschinen atypische Geräusche erzeugen und überprüft werden müssen, was der Verbesserung des ISS-Betriebs dient. Das Vertrauen der Menschen in Künstliche Intelligenz ist durchaus vorhanden, wie eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag von Bosch ergab. Danach kann sich jeder zweite Befragte vorstellen, mit einem Roboter zusammenzuarbeiten, wenn dieser Routineaufgaben übernimmt. Selbst lernende Roboter betrachten zwei Drittel der Teilnehmer als sinnvollen Einsatz von KI.

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