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iCloud in China : „Eine Schlacht in einem größeren Technik-Handelskrieg“

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Beliebt in China: Für Apple ist die Volksrepublik ein lukrativer und extrem bedeutender Markt. Bild: AP

Die Daten chinesischer Apple-Kunden speichert der iPhone-Hersteller nun in China. Das hat einen brisanten politischen Hintergrund. Und noch einen anderen.

          Als das amerikanische Technologie-Unternehmen Apple im vergangenen Sommer ankündigte, ein Datenzentrum in China aufzubauen und zu betreiben, war schon klar: Die Daten chinesischer Kunden des iPhone-Herstellers werden künftig nicht mehr in den Vereinigten Staaten oder irgendwo anders außerhalb der Volksrepublik gespeichert werden, sondern eben im Reich der Mitte.

          Apple wählte sich als Partner das chinesische Internetunternehmen Guizhou-Cloud Big Data Industry (GCBD). Grund dafür ist ein neues chinesisches Cyber-Gesetz. „Diese Regelungen erfordern, dass Cloud-Dienste durch chinesische Unternehmen betrieben werden, deshalb arbeiten wir mit GCBD zusammen, um iCloud anzubieten“, teilte Apple damals mit.

          Nun ist es konkret geworden. Die Konten chinesischer iCloud-Nutzer verwaltet Apple ab diesem Mittwoch gemeinsam mit seinem chinesischen Partnerunternehmen in China. So haben das die Kunden über eine Mitteilung auf ihre Smartphones unlängst erfahren. iCloud ist ein Angebot, mit dem Apple seinen Kunden ermöglicht, Daten über verschiedene Geräte hinweg zu synchronisieren: Kontaktdaten und Emails zum Beispiel.

          Google und Facebook blockiert

          Das können – und das ist ein Grund, aus dem es darüber nun wieder eine breitere Debatte gibt – auch sehr sensible Daten sein. Daten, an denen vielleicht chinesische Strafverfolger interessiert sind (was die Mehrheit der Menschen verstehen dürfte), womöglich aber auch chinesische Behörden aus anderen Gründen – ein Stichwort lautet Überwachung (was die Mehrheit der Menschen eher nicht mögen dürfte).

          Und dahinter steckt nach Ansicht von Beobachtern auch eine strategische ökonomische Auseinandersetzung zwischen China und den Vereinigten Staaten, den beiden größten Ökonomien der Welt. China blockiert seit Jahren amerikanische Internetkonzerne wie Google und Facebook. Mit der Folge, dass chinesische Tech-Konzerne (Baidu, Alibaba, Tencent) entstanden und zu erfolgreichen Großunternehmen geworden sind.

          Die amerikanischen Geheimdienste warnten wiederum unlängst davor, Handys des – ebenfalls sehr erfolgreichen – chinesischen Herstellers Huawei zu meiden. Sie begründeten das auch mit der Sorge um Datenschutz und Spionage.

          „Ich denke, das ist eine kleine Schlacht in einem größeren Technik-Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China“, kommentierte der Technikexperte Cyrus Mewawalla vom Beratungsunternehmen Global Data die Speicherung der iCloud-Konten chinesischer Kunden in China gegenüber dem Finanzsender CNBC.

          Unlängst warnte auch der renommierte Politologe Ian Bremmer gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor einem „technologischen kalten Krieg“ zwischen den beiden Ländern. Dabei geht es zum Beispiel auch darum, wer in den verheißungsvollen Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz die Nase vorne haben wird.

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