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„Deep Variant“ : Google veröffentlicht Künstliche Intelligenz zur Genom-Entschlüsselung

  • Aktualisiert am

Was steckt drin? Illustration einer DNA-Doppelhelix. Bild: RUSSELL KIGHTLEY/SCIENCE PHOTO L

Die angesehenste Software zum Verständnis von Genen stammt von Google. Jetzt stellt Google dieses Programm anderen zur Verfügung – nicht unbedingt zum eigenen Nachteil.

          Ein Genom zu entschlüsseln, ist bis heute schwierig. 16 Jahre nachdem das Genom des Menschen erstmals in einem langwierigen Prozess entschlüsselt worden ist, steckt immer noch viel Arbeit in dem Prozess, überhaupt aus den Genen auszulesen, welche der DNA-Bestandteile in welcher Reihenfolge vorkommen – dabei kann erst danach die eigentliche Genanalyse beginnen.

          Das liegt daran, dass die technische Analyse immer noch fehleranfällig ist. Kleine Auszüge aus der DNA lassen sich inzwischen relativ einfach sequenzieren, amerikanische Start-Ups boten das teils für weniger als 100 Dollar an. Doch das komplette Genom zusammenzusetzen, ist fehleranfällig. Um diese Fehler auszuräumen, braucht es eine Menge Statistik.

          Google profitiert von „Open Source“ selbst

          Auch das ist eine Aufgabe, die sich mit künstlicher Intelligenz schneller lösen lässt. Das angesehenste Programm auf dem Markt dazu stammt von Google. Es heißt „Deep Variant“ und hat im vergangenen Jahr den ersten Preis in einem Wettbewerb der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA gewonnen.

          Dieses Programm hat Google in der vergangenen Woche freigegeben: Nicht nur als benutzbare Software, sondern inklusive der Programmieranweisungen, also als „Open Source“. Die neue Variante soll wieder leistungsfähiger sein als die, die im vergangenen Jahr den Wettbewerb gewonnen hat.

          Das geschehe, um „Zusammenarbeit zu beleben und den Einsatz dieser Technik zu beschleunigen, so dass Probleme aus der echten Welt gelöst werden können“, heißt es von Google selbst. Tatsächlich hat sich herausgestellt, dass auch Google selbst gelegentlich davon profitiert, seine Software auf diese Weise zu veröffentlichen: So wird sie leichter zum Standard, und das Unternehmen kann sie dann zum eigenen Vorteil verwenden. Ein Fall davon ist das Handy-Betriebssystem Android, das ebenfalls als „Open Source“ veröffentlicht wurde, und auf Handys weite Verbreitung gefunden hat. Jetzt gibt Android Google Daten über seine Nutzer zurück und kann Google-Anzeigen ausspielen.

          Ob „Deep Variant“ allerdings bald breit eingesetzt wird, das ist fraglich: Die Software ist nur das eine Problem. Die nötige Rechenkapazität, um sie zu verwenden, ist ein ganz anderes. Die hat auch nicht jeder.

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