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Chinas Technologiebranche : Die Künstliche Intelligenz vom Lande

Markieren den ganzen Tag Gesichter: Chinesische Arbeiterinnen und Arbeiter im Distrikt Jiaxian Bild: Foto Friederike Böge

Tausende arbeiten in Chinas Provinzen, um Computern das Erkennen von Menschen beizubringen. Sie markieren Nasen, Augen, Ohren. Gesichtsdaten im Tausch gegen Reisöl. Bedenken hat scheinbar niemand.

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          Liu Yangfeng war früher Baggerfahrer. Dann ging er nach Südamerika, um in Chile chinesische Handys zu verkaufen. Heute verdient er sein Geld mit Künstlicher Intelligenz. Nicht etwa in Shenzhen oder Peking, wo Chinas Technologieführer ihren Sitz haben. Sondern in Jiaxian, einem staubigen Nest in einer der strukturschwächsten Provinzen des Landes. Zwei Busstunden dauert die Fahrt von der Regionalhauptstadt Zhengzhou nach Jiaxian, vorbei an grauen Vorstädten und Feldern.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Lius Unternehmen bringt Computerprogrammen bei, Gesichter und Gegenstände zu erkennen. „Ohne Leute wie uns gäbe es keine Künstliche Intelligenz“, sagt der 32 Jahre alte Geschäftsführer. In seinem Büro brennt ein Kohleofen und verbreitet beißenden Qualm. Im Vorraum liegen leere Kisten und Computerteile auf dem Boden verstreut. Qianji Data ist so schnell gewachsen, dass für Aufräumen keine Zeit blieb.

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