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Autonome Waffen : Ex-Google-Chef lobt Pläne des Militärs

  • Aktualisiert am

„Mr Google“ Eric Schmidt während einer Konferenz im chinesischen Wuzhen im vergangenen Jahr. Bild: EPA

Amerikas Verteidigungsministerium setzt auf Künstliche Intelligenz – und engagiert dafür auch Google. Einige Mitarbeiter wehren sich. Der langjährige Manager Eric Schmidt sieht das anders.

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          Der langjährige Google-Chef Eric Schmidt findet richtig, dass das amerikanische Verteidigungsministerium mit Tech-Konzernen zusammenarbeitet im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). „Die Natur der KI ist eine langfristige Technologie, die nützlich sein wird für defensive wie vielleicht auch für offensive Zwecke“, sagte Schmidt vor dem Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses. Alles, was dem Pentagon „leichter macht“, mit privaten Unternehmen zu arbeiten, sei zu begrüßen.

          Damit bezog sich Schmidt auch auf die unlängst angekündigte Initiative des Pentagons und der amerikanischen Geheimdienste, ihre KI-Fertigkeiten in einem neuen Entwicklungszentrum (Joint Artificial Intelligence Center, JAIC) zu bündeln – mit der Absicht, gerade den chinesischen Ambitionen mehr entgegen zu setzen. Die Führung in Peking will die Volksrepublik zur führenden Nation der Erde machen, wenn es um KI geht. Im vergangenen Sommer stellte sie dafür einen eigenen nationalen KI-Plan vor.

          „Profitieren von Grundlagenforschung des Militärs“

          Schmidt, der im Januar den Verwaltungsratsvorsitz des Google-Muttergesellschaft Alphabet niederlegte, leitet den wissenschaftlichen Beirat des Pentagons. Das Verteidigungsministerium in Washington wiederum engagierte Googles KI-Fachleute unlängst für sein neues Projekt „Maven“ mit dem Ziel, Videos besser auswerten und Drohnen zielgenauer angreifen lassen zu können.

          Im Unternehmen ist das durchaus umstritten: Mehr als 3000 Angestellte rieten gerade in einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden Sundar Pichai davon ab. Schmidt ging darauf nun nicht direkt ein. „Wir profitieren von der Grundlagenforschung, die das Militär finanziert“, sagte er. Das hat in den Vereinigten Staaten schon eine längere Tradition. Die Forschungsförderung des Pentagon (Darpa) bezahlte etwa bereits in den sechziger Jahren die Gründung von drei KI-Forschungszentren, die auch heute noch zu den führenden Einrichtungen der Welt zählen.

          Im vergangenen Jahr haben ihrerseits mehr als einhundert Technologie-Unternehmer, die Geld in Künstliche Intelligenz und Robotik stecken, eine diesbezüglich dramatische Warnung an die Vereinten Nationen gerichtet. Sie rieten in dem im Internet veröffentlichten Schreiben eindringlich davon ab, „tödliche autonome Waffen“ – umgangssprachlich sind damit Killer-Roboter gemeint – zu entwickeln. Diese könnten eine „dritte Revolution der Kriegsführung“ herbeiführen. „Einmal erfunden, könnten sie bewaffnete Konflikte erlauben in einem nie dagewesenen Ausmaß, und schneller, als Menschen sie begreifen können“.

          Den Unterzeichnern mangelt es nicht an Prominenz und Renommee: Elon Musk (Tesla, SpaceX) unterschrieb, Mustafa Suleyman, der das zu Alphabet (Google) gehörende KI-Unternehmen Deepmind mitgründete und die Informatik-Professoren Yoshua Bengio, Stuart Russell und Jürgen Schmidhuber – allesamt auf der ganzen Welt anerkannte Kapazitäten in der KI. Auch das war übrigens nicht der erste Brief dieser Art: Vor drei Jahren hatten 1000 Forscher, darunter der verstorbene Physiker Stephen Hawking und Apple-Mitgründer Steve Wozniak, ebenfalls dieses Anliegen vorgetragen.

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