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Altmaier über KI : „Müssen die besten Forscher der Welt unter Vertrag nehmen“

  • Aktualisiert am

Peter Altmaier: Es geht um Milliarden für Deutschland Bild: dpa

Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie dieses Jahrhunderts. Der deutsche Wirtschaftsminister erklärt, was für uns auf dem Spiel steht.

          2 Min.

          Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung weltweit führend in der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) werden. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch Eckpunkte für eine nationale KI-Strategie. Die Bundesregierung hat die Eckpunkte für die nationale Strategie im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) gebilligt. Ziel ist es demnach, Deutschland zum führenden KI-Standort auf der ganzen Welt zu machen. Die Strategie selbst soll im Herbst verabschiedet werden. Kernpunkte sind der bessere Zugang zu Daten etwa im Gesundheitsbereich und im Transportwesen sowie eine bessere Bezahlung von KI-Fachleuten. „Wir müssen im Wettbewerb gerade mit
           den USA und China einen Zahn zulegen“, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU).

          Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht in der Entwicklung Künstlicher Intelligenz eine „Schlüsselfrage für Deutschland und Europa“. Künstliche Intelligenz sei „keine Innovation wie viele andere“, schreibt der Politiker in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“. Sie sei eine Basis-Innovation, die schon in wenigen Jahren alle Wirtschafts- und Lebensbereiche durchdrungen haben werde.

          Neue Claims werden abgesteckt

          Ein Computer von heute werde mit dem Computer des Jahres 2030 höchstens noch den Namen gemeinsam haben, schreibt Altmaier. Das bedeute auch, dass auf der ganzen Welt „Claims neu abgesteckt werden“, fügte der Minister hinzu. „Aus bisherigen Verlierern der Globalisierung können Gewinner werden – und umgekehrt.“ In den kommenden fünf Jahren werde die „durch KI beeinflusste zusätzliche Bruttowertschöpfung allein des produzierenden Gewerbes“ 32 Milliarden Euro umfassen. Damit bezog sich Altmaier eigenen Angaben zufolge auf eine von seinem Ministerium in Auftrag gegebene Analyse.

          „Wir sind entschlossen, Forschung, Entwicklung und vor allem auch die Anwendung von KI in Deutschland und Europa voranzutreiben und so neue Wertschöpfung durch ,KI made in Germany’ zu ermöglichen“, betonte Altmaier. Während eines Treffens in Paris hatten er und sein französischer Amtskollege Bruno Le Maire in der vergangenen Woche eine europäische Zusammenarbeit in diesem Bereich nach dem Vorbild von Airbus angeregt. „Europäische Unternehmen müssen in der Lage sein, massive Investitionen zu tätigen, weltweit die besten Forscher unter Vertrag zu nehmen, vielversprechende junge Start-ups zu kaufen und weiterzuentwickeln und schließlich fertige, alltagstaugliche Anwendungen als Erste auf den Markt und die Straße zu bringen“, forderte Altmaier.

          Forscher sollen leichter an Daten kommen

          In den Eckpunkten ist unter anderem die Einrichtung neuer KI-Lehrstühle in Deutschland vorgesehen, um die Ausbildung von mehr Fachkräften zu ermöglichen. Zudem sollen Anreize geschaffen werden, um die Abwerbung von Experten ins Ausland zu verhindern. Gleichzeitig sollen internationale Fachkräfte angeworben werden.

          Der bisher restriktive Datenzugang soll für die Entwicklung gelockert werden. Die Regierung will dabei Daten der öffentlichen Hand und der Wissenschaft verstärkt für die KI-Nutzung öffnen, aber die Datensicherheit der Bürger wahren. „Die Menge an nutzbaren, qualitativ hochwertigen Daten muss deutlich erhöht werden, ohne dabei Persönlichkeitsrechte, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung oder andere Grundrechte zu verletzen", heißt es in den Eckpunkten. Zwischen Unternehmen sollen „Datenpartnerschaften" geprüft werden. Um die Analyse der „Big Data" bewältigen zu können, soll die nötige Infrastruktur im Bereich der Rechnerkapazitäten ausgebaut werden.

          Die Wirtschaft forderte eine zügige Umsetzung der Pläne. „Die von der Bundesregierung heute beschlossenen Eckpunkte des 'Masterplans Künstliche Intelligenz' gehen in die richtige Richtung, müssen jetzt aber zügig ausgearbeitet und umgesetzt werden", sagte Klaus Mittelbach, Vorsitzender des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI). Kleine und mittlere Unternehmen sollten bei der Anwendung von KI unterstützt werden. Zuvor hatte bereits der Industrie-Spitzenverband BDI von der Regierung die Einrichtung von „Kompetenz- und Testzentren" gefordert.

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