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Künstliche Intelligenz : Das ganz alleine fahrende Auto

Szene im Straßenverkehr: So sehen die Autos aus, die Waymo nun ohne Fahrer auf die Straße schickt. Bild: AP

Ohne Fahrer am Steuer schickt das Technologieunternehmen Waymo Autos auf die Straße. Schlaue Computerprogramme machen es möglich. Übrigens längst auch in Deutschland.

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          Vor acht Jahren begann der amerikanische Internetkonzern Google mit seiner Arbeit an selbstfahrenden Autos. Das Unternehmen hat seither große Fortschritte gemacht: Seine Roboterfahrzeuge haben mehr als fünf Millionen Kilometer auf öffentlichen Straßen absolviert, und die Sicherheitsbilanz ist gut.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.
          Alexander Armbruster
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.
          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

          Anders als beim Elektroautohersteller Tesla, dessen System für autonome Steuerung eine Rolle in einem tödlichen Unfall spielte, gab es mit selbstfahrenden Google-Autos bislang nur vergleichsweise harmlose Zwischenfälle, etwa eine Kollision mit einem Bus, die nur Blechschaden zur Folge hatte. Seit knapp einem Jahr sind die einst von Google begonnenen Aktivitäten rund um autonomes Fahren in Waymo gebündelt, einer eigenen Einheit in Googles Mutterholding Alphabet.

          Jetzt vermeldet Waymo einen weiteren großen Schritt: Der Vorstandsvorsitzende John Krafcik gab auf einer Konferenz in Lissabon bekannt, dass das Unternehmen seine Roboterautos mit leerem Fahrersitz testet. Bislang waren Fahrer am Steuer, die eingreifen konnten, wenn es nötig wurde. In naher Zukunft sollen Passagiere in der Lage sein, allein in einem Roboterauto des Unternehmens unterwegs zu sein. Die Tests finden zunächst in der Stadt Phoenix im amerikanischen Bundesstaat Arizona statt.

          „Nichts anderes als Autonomie wird funktionieren“

          Das ist ein gutes Testgebiet für die Technologie, denn hier ist das Wetter recht vorhersehbar und trocken. Waymo wird dafür umgerüstete Minivans des Modells Chrysler Pacifica verwenden. Mit dessen Hersteller Fiat Chrysler Automobiles unterhält das Unternehmen seit einiger Zeit eine Allianz rund um autonomes Fahren.

          Die Roboterautos in Phoenix sollen zunächst als ein Fahrdienst in der Art von Uber unterwegs sein, und innerhalb der nächsten Monate sollen die ersten Passagiere befördert werden. Waymo weist allerdings darauf hin, seine Technologie nicht nur für solche Angebote nutzen zu wollen, sondern auch am Einsatz in öffentlichen Verkehrsmitteln und Privatautos zu arbeiten.

          Mit dem Test in Phoenix erreicht Waymo eine neue Dimension des autonomen Fahrens, das Unternehmen selbst stuft das System als „Level 4“ ein auf der international anerkannten Skala. Damit ist gemeint, dass sich ein Auto in den meisten Szenarien vollständig selbst und ohne Fahrer steuern kann. Womöglich untertreibt das Unternehmen mit seiner eigenen Einschätzung jedoch. „So, wie Waymo das darstellt, wäre das Roboterauto eigentlich Level 5 und nicht Level 4 – ein Fahrer muss danach nicht mehr im Auto sein“, sagt Christian Müller, Experte für autonomes Fahren am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligent (DFKI), gegenüber FAZ.NET.

          Die Frage ist: Wer traut sich?

          Während andere Autohersteller auch an Systemen auf niedrigeren Automatisierungsstufen arbeiten, in denen der Fahrer noch stärker eingebunden ist, versucht Waymo, direkt zum ganz allein fahrenden Auto zu gelangen. Das Unternehmen argumentiert, dass Fahrer in teilautomatisierten Autos zu abgelenkt seien, um notfalls schnell genug ins Geschehen eingreifen zu können. „Nichts anderes als volle Autonomie wird funktionieren“, sagte Krafcik nun in Lissabon.

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