https://www.faz.net/-gqe-a6k99

Künstliche Intelligenz : Justizkommissar der EU kündigt schärfere Regelungen an

  • Aktualisiert am

Künstliche Intelligenz wird häufiger eingesetzt, als Verbraucher es vermuten. Bild: dpa

Als Reaktion auf eine Studie sollen Verbraucher künftig besser gewarnt werden, wann Künstliche Intelligenz im Einsatz ist. Das kündigte der Europäische Kommissar für Justiz am Montag an.

          1 Min.

          Die Europäische Kommission dringt darauf, digitale Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) schnell zu regulieren. Das hat der Europäische Kommissar für Justiz, Didier Reynders, am Montag auf einer Konferenz zum „Europäischen Weg für KI“ deutlich gemacht. Wichtig sei, dass die Verbraucher darüber informiert werden, wann Künstliche Intelligenz im Einsatz sei. Außerdem müssten Unternehmen dazu gezwungen werden, ihre Algorithmen offenzulegen – nicht nur wenn sie ihre Anwendungen auf den Markt brächten, sondern kontinuierlich bei dem Einsatz. Es sei nötig, dass der Staat einen permanenten Zugriff auf die Algorithmen bekomme. Außerdem wolle die EU-Kommission nicht nur konkrete Technologien in den Fokus nehmen, sondern auch ihre Risiken. „Wir wollen nichts einführen, das morgen schon wieder überholt ist“, sagte Reynders. Im nächsten Frühjahr werde die Kommission einen Vorschlag dazu machen.

          Auf der Online-Konferenz stellte die Europäische Agentur für Grundrechte zudem eine Studie darüber vor, wie stark Unternehmen und öffentliche Institutionen KI-Anwendungen schon nutzen und dabei wichtige Grundrechte der Bürger im Blick behielten. Die Ergebnisse waren nach Angaben der Studienleiter ernüchternd. Während viele der rund 100 Befragten die europäischen Datenschutzregeln nennen konnten und nach eigenen Angaben auch beachteten, seien Grundrechte wie das Verbot von Diskriminierungen oder auch die Bewegungsfreiheit noch selten ein Thema. „Unternehmen nennen als den wichtigsten Vorteil von Künstlicher Intelligenz Geschwindigkeit und Effizienz“, sagte Agentur-Direktor Michael O’Flaherty. „Dabei können Fehler passieren, das müssen wir im Auge haben.“

          Weitere Themen

          Das europäische Frankensteinproblem

          EU und Polen : Das europäische Frankensteinproblem

          Aus Einzelelementen des Rechtsstaats lässt sich ein monströses Staatsgebilde errichten. Das macht die Kritik am Umbau der polnischen Justiz schwierig, aber nicht unmöglich. Ein Gastbeitrag.

          So funktionieren NFTs Video-Seite öffnen

          Digitaler Echtheitsnachweis : So funktionieren NFTs

          Non-Fungible Tokens (NFTs) werden immer beliebter. Sie spielen etwa beim Handel mit digitaler Kunst eine Rolle. Die Videografik erklärt, was hinter dem digitalen Echtheitszertifikat steckt und wie es funktioniert.

          Topmeldungen

          Eine Mutter entnimmt bei ihrem Kind einen Lollitest-Abstrich am Eingang zu einer Münchner Kita.

          Corona-Pandemie : Vierte Rekord-Inzidenz in Folge

          528,2 beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz nun. Das RKI meldet 34.145 Neuinfektionen. Kanzler Scholz freut sich über eine erreichte Impfmarke, aber ein anderes Ziel dürfte verfehlt werden.
          Laut Bundesnetzagentur haben im vergangenen Jahr 35 Stromanbieter ihren Kunden gekündigt, vor allem kleinere Unternehmen.

          Hohe Energiepreise : Was tun, wenn der Stromanbieter kündigt?

          Stromversorger haben zuletzt hunderttausenden Kunden den Vertrag gekündigt. Was Betroffene jetzt tun können und warum manche Unternehmen ihre Kunden loswerden wollen. Die wichtigsten Antworten.