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Kronzeugen-Regelung : UBS entgeht in Libor-Skandal Rekordstrafe

  • Aktualisiert am

Die Schweizer UBS hatte über die Manipulationen beim Euribor und Yen-Libor ausgepackt. Bild: REUTERS

Weil sie die Kartellwächter über die Zinsmanipulation informiert hat, kommt die UBS um eine Milliardenstrafe herum. Ansonsten wäre es für die Schweizer Großbank teurer geworden als für alle anderen zusammen.

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          Die Schweizer Großbank UBS ist als Kronzeuge im sogenannten Libor-Skandal einer Rekordstrafe entgangen. „UBS wurde die Geldbuße aufgrund der Aufdeckung der Kartelle vollständig erlassen“, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. „Andernfalls wäre die Bank für ihre Beteiligung an fünf der sieben Zuwiderhandlungen mit einer Geldbuße von 2,5 Milliarden Euro belegt worden.“

          Die Kommission verurteilte sechs Banken aus Europa und den Vereinigten Staaten zu einer Rekordstrafe von insgesamt 1,71 Milliarden Euro. Dazu gehören die Deutsche Bank, die französische Societe Generale, die Royal Bank of Scotland, die amerikanischen Banken Citigroup und JPMorgan Chase sowie RP Martin. Neben der UBS wurde auch der britischen Barclays  die Buße erlassen, weil sie maßgeblich zur Aufklärung der Manipulationen beigetragen habe.

          Der UBS ist die Verstrickung in den Libor-Skandal bereits teuer zu stehen gekommen. Vor einem Jahr zahlte die Bank im Rahmen einer Einigung mit den Aufsichtsbehörden der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und der Schweiz 1,4 Milliarden Franken (1,1 Milliarden Euro) - die zweithöchste Strafe, zu der ein Kreditinstitut jemals verdonnert wurde. Die höchste Strafe musste bislang die britische Großbank HSBC begleichen, die im Vorjahr wegen Geldwäsche 1,9 Milliarden Dollar zahlte.

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