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Krise der Autoindustrie : Kurzarbeit ist keine Wunderwaffe

Kurzarbeitergeld kommt von der Arbeitsagentur Bild: dpa

Das Autoland Baden-Württemberg ruft nach mehr Geld und verweist auf Erfolge nach der Finanzkrise. Doch die Situation ist nicht vergleichbar.

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          Die Unruhe im Südwesten ist groß. Weil sich der Handelskonflikt zwischen Amerika und China immer stärker in Form sinkender Aufträge für die exportorientierte Industrie bemerkbar macht, von der es in Baden-Württemberg besonders viel gibt, mahnen Arbeitgeber, Gewerkschaft und Arbeitsagentur in einer konzertierten Aktion Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zur Eile. Dieser möge die ohnehin vorgesehenen Erleichterungen für die Kurzarbeit vorziehen, damit möglichst wenig Arbeitsplätze durch die Auftragsflaute verlorengehen.

          Als Referenz wird auf den Zeitraum um 2009 verwiesen, als der Staat zur Bekämpfung der Weltfinanzkrise Milliarden für Kurzarbeiter ausgab und Massenentlassungen dadurch verhinderte. Der Unterschied zu damals aber ist, dass der Rest der Welt anschließend wieder dieselben Autos und Anlagen „made in Germany“ kaufte wie zuvor.

          Daran sind diesmal schon angesichts der Umbrüche in der Autoindustrie erhebliche Zweifel angebracht. Kurzarbeit kann helfen, kurzfristige Nachfrageeinbrüche zu überstehen. Als Wunderwaffe gegen notwendige Strukturanpassungen der Wirtschaft taugt sie dagegen nicht.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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