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Währungsumstellung : Der Rubel kullert auf die Krim

  • Aktualisiert am

Wechselstube auf der Krim: Zuletzt hatte der Rubelkurs gegenüber der Griwna stark zugelegt. Bild: dpa

Die Regierung auf der Krim ersetzt die ukrainische Landeswährung Griwna durch den russischen Rubel. Die Umstellung läuft holprig, viele Bewohner kommen nicht an ihr Geld. Und einige Banken wissen nicht, ob sie überhaupt noch arbeiten dürfen.

          Der Anschluss der Krim an Russland wird weiter mit Hochdruck vorangetrieben: Zu Wochenbeginn führte die Regierung auf der ukrainischen Halbinsel den russischen Rubel zusätzlich zur ukrainischen Landeswährung Griwna ein. „Ab heute kann man offiziell in Rubel bezahlen“, teilte Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow mit. Bis zum ersten Januar 2016 sollen beide Zahlungsmittel auf der Halbinsel gültig sein, erst danach soll nur noch mit Rubel gezahlt werden.

          Verschiedenen Berichten zufolge blieb das ganz große Chaos aus, auch wenn die Krim-Regierung offenbar nicht allen Banken mitgeteilt hat, dass die Währungsumstellung längst beschlossene Sache ist. „Wir haben keinerlei Anweisung zur Einführung des Rubel erhalten“, sagte ein Bankangestellter des italienischen Geldinstituts Unicredit auf der Krim der Nachrichtenagentur AFP. Auch in anderen Banken und Geschäften wurde weiterhin auf Griwna zurückgegriffen

          Der Übergang auf der Krim mit zwei gültigen Währungen werde sich innerhalb von zwei Wochen stabilisieren, sagte Vize-Regierungschef Rustam Temirgalijew in Simferopol. Er mahnte zu Geduld angesichts des geplanten Umtauschs von Bankeinlagen und Bargeld. Um den Übergang zu erleichtern sind auch künftig Bargeschäfte und Überweisungen in der ukrainischen Landeswährung möglich.

          Lange Schlangen vor den Geldautomaten

          Den Banken bereitet die im Eilverfahren beschlossene Währungsumstellung zum Teil jedoch offenbar große Probleme: Die Institute müssen ihre Computersysteme umstellen, hinzu kommt die unklare rechtliche Situation: Die ukrainische „Privatbank“ beispielsweise stellte in Simferopol vorübergehend den Dienst ein. Der „undefinierte rechtliche Status des Bankensystems auf der Halbinsel“ lasse keinen Betrieb zu, erklärte das Finanzinstitut. Filialen ukrainischer Banken könnten nicht auf „ausländischem Gebiet arbeiten“. Diesen Status habe die Krim aber im Moment. Die „Welt“ berichtet, dass am Samstag Gesetzentwürfe ins russische Parlament eingebracht wurden, wie die Arbeit von Banken auf der Krim reguliert werden soll. Sie sehen vor, dass ausländische Geldhäuser zumindest bis Ende 2015 weiter in der Region aktiv sein dürfen, wenn sie sich an die russischen Gesetze halten.

          Schon in der vergangenen Woche standen die Menschen auf der Krim  teilweise Schlange an den Geldautomaten

          Zudem dürfte es unverzichtbar sein, dass die Krim schnellstmöglich mit ausreichend Rubel versorgt wird. Verschiedenen Meldungen zufolge hat die ukrainische Zentralbank bereits in der vergangenen Woche die Lieferung neuer Griwna an die Krim ausgesetzt, neue Rubel waren im Gegenzug noch nicht ausreichend im Umlauf. Vor den Geldautomaten auf der Halbinsel bildeten sich teilweise lange Schlangen, Abhebungen größerer Geldbeträge waren nicht möglich. Kunden der „Privatbank“ konnten beispielsweise lediglich Summen bis zu 36 Euro abheben, viele Automaten gaben gar nur umgerechnet 25 Euro aus. Der Rubel hatte auf der Krim gegenüber der Griwna zuletzt deutlich aufgewertet. Zudem sollen ab sofort Renten und Gehälter in Rubel ausgezahlt werden. Die Rentner auf der Krim dürfen sich auf eine saftige Rentenerhöhung freuen: Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt angekündigt, die Renten verdoppeln zu wollen, um sie an das russische Niveau anzupassen. Das wird für Russland teuer.

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