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Großbritannien : Kriegsschiffe streiken angeblich bei Hitze

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Ärger um den Typ 45 Bild: dpa

Die Debatten erinnern ein wenig an den Skandal um das Bundeswehr-Sturmgewehr G36: Einige Kriegsschiffe der britischen Royal Navy können offenbar hohe Wassertemperaturen im Golf nicht vertragen – und erleiden regelmäßig Stromausfälle.

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          Die britische Royal Navy kämpft mit einem Skandal, der ein wenig an die Verwerfungen rund um das Bundeswehr-Sturmgewehr G36 erinnert. Es geht um Kriegsschiffe der Flotte des Typs 45. Die Motoren, die diese Schiffe antreiben, sollen nicht in der Lage sein, dauerhaft in den warmen Gewässern des Golfs zu laufen, schreibt die „Financial Times“.

          Manager von BAE Systems, Rolls-Royce, Northrop Grumman und General Electric sollen vom Verteidigungsausschuss regelrecht in die Mangel genommen worden sein, schreibt das Blatt. Der Grund: Die neuesten und fortschrittlichsten Zerstörer hätten in den vergangenen Jahren wiederholt Zusammenbrüche in Form von Stromausfällen erlitten, so dass sie weder weiterfahren, noch ihre Waffensysteme hätten nutzten können.

          Jedes der Schiffe kostete die Steuerzahler rund eine Milliarde Pfund

          Die Stromausfälle ereigneten sich offenbar regelmäßig, wenn die Schiffe in wärmeren Gewässern als denen des Vereinigten Königreichs unterwegs waren. Danach gefragt, sagte John Hudson, ein Manager der Schiffssparte von BAE Systems, in den Original-Spezifikationen zum Bau des Schiffs habe nicht gestanden, dass es Extremtemperaturen standhalten müsse. „Das Nutzungsprofil zu dieser Zeit sah wiederholte oder langanhaltende Einsätze in der Golfregion nicht vor.“ Ähnlich äußerte sich Tomas Leahy von Rolls-Royce.

          Das britische Verteidigungsministerium bestritt hingegen, dass die Sachlage so sei. „Der Typ 45 wurde für Operationen auf der ganzen Welt konzipiert – von der Sub-Arktis bis hin zu extremen tropischen Bedingungen.“ Die sechs betroffenen Schiffe sollen die Steuerzahler je eine Milliarde Pfund gekostet haben, das sind rund 1,28 Milliarden Euro für ein Schiff.

          Die Diskussion erinnert an die Debatten über das gegenwärtige Standardgewehr der Bundeswehr G36, das erst vor kurzem wegen Mangelhaftigkeit ausgemustert wurde. Allerdings ist das Ministerium mittlerweile in Erklärungsnot, weil die Mängel offenbar nur für unwahrscheinliche Gefechtsszenarien festgestellt wurden.

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