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Kreditverbriefungen : Peinliche Noten der Ratingagenturen

  • -Aktualisiert am

Die Ratingagenturen haben sich in der Finanzkrise nicht mit Ruhm bekleckert. Jetzt hat Standard & Poor's die Bonitätsnoten für Kreditverbriefungen im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar reduziert. Die Herabstufung ist wohl überfällig. Aber die Analysten müssen sich auch fragen lassen, was ihr Urteil noch wert ist.

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          Dass sich die Ratingagenturen in der Finanzkrise nicht mit Ruhm bekleckert haben, ist bekannt. Doch Ausmaß und Tempo der Herabstufungen werden nun zur Bedrohung ihres Geschäftsmodells. Es beruht auf jahrzehntelanger Erfahrung und dem Vertrauen der Anleger, dass eine erstklassige Note größere Sicherheit verspricht als eine niedrige. In Einzelfällen darf es Ausrutscher geben, denn niemand ist ohne Fehler.

          Doch wenn eine ganze Anlageklasse in rasantem Tempo dem Zahlungsausfall entgegensteuert, müssen sich die Analysten schon fragen lassen, was ihr Urteil wert ist. Die Bonitätsnoten mancher Verbriefungstranche wurden in der jüngsten Herabstufungswelle um 13 Stufen reduziert, frei übersetzt von „sehr solide“ auf „gleich kommt der Ruin“.

          Die massenhafte Herabstufung ist überfällig, weil sich die steigenden Ausfallraten der amerikanischen Hypotheken schon länger abzeichnen. Noch schlimmer wäre ein weiteres Spiel auf Zeit gewesen. Doch nun müssen die Ratingagenturen das gesamte Desaster offenlegen sowie Entscheidungsprozesse verbessern und Interessenkonflikte verringern. Wenn sie das nicht zügig tun, werden die staatlichen Aufsichtsbehörden dabei behilflich sein.

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