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Kreditinstitute : Deutsche Bank forciert Stellenabbau

  • Aktualisiert am

Die Deutsche Bank speckt ab Bild: dpa

Das Kreditinstitut wird deutlich mehr Jobs abbauen als bisher geplant. Trotz der schwierigen Lage hält die Bank an ihren Geschäftszielen fest.

          2 Min.

          Bis Mitte 2003 würden im Konzern 7.100 Stellen wegfallen, kündigte die Deutsche Bank an. Bislang hatte Bankchef Rolf Breuer lediglich einen höheren Stellenabbau als die angekündigten 2.600 bis 2003 nicht mehr ausgeschlossen. Nun sollen weitere 4.500 Jobs gestrichen werden, vor allem betroffen sind die Sparten Privatkunden und Vermögensverwaltung.

          Darüber hinaus könnten weitere 8.000 Arbeitsplätze gefährdet sein. Die Tageszeitung "Die Welt" schreibt unter Berufung auf Unternehmenskreise, das Kreditinstitut erwäge bis 2003 rund 15.000 Stellen zu streichen. Einen Vorstandsbeschluss gebe es aber noch nicht. Weltweit sind derzeit rund 97.000 Personen im Konzern beschäftigt.

          Keine betriebsbedingten Kündigungen

          Deutsche Bank-Finanzvorstand Clemens Börsig kündigte an, dass das Institut in Deutschland im Bereich Private Clients und Vermögenverwaltung (PCAM) bis 2003 rund 2.500 Stellen abbauen will. Zudem sei mit dem Betriebsrat abgesprochen, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde.

          Keine Bank bleibt verschont

          Zuvor sagte Gerald Herrmann, der für ver.di als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt: „Diese verbale Versprechen reichen uns aber nicht aus. Unternehmen, Gewerkschaft und Gesamtbetriebsräte müssen zu einer verbindlicheren Übereinkunft kommen.“ Die wirtschaftliche Lage der Deutschen Bank rechtfertige betriebsbedingte Kündigungen nicht. Herrmann rechnet allein für Deutschland mit der Streichung von 5.000 Stellen vor allem im Retail- und Private-Banking.

          Geschäftsausblick schwierig

          Den geschäftlichen Ausblick auf das Gesamtjahr 2001 bezeichnete das Kreditinstitut als schwierig. Dennoch hält die größte deutsche Geschäftsbank an ihren Ergebnisziele bis 2003 fest. So sei für die Jahre 2000 bis 2003 weiter ein jährlicher Anstieg des Gewinns je Aktie von mehr als 15 Prozent geplant.

          Für die ersten neun Monate wies die Bank einen Gewinn nach Steuern von 2,754 (Vorjahr: 4,368) Milliarden Euro aus. Für das dritte Quartal ergibt sich somit ein Gewinn nach Steuern von 303 (591) Millionen Euro, der im Rahmen der Analystenerwartungen lag. Analysten bewerteten das Ergebnis der Bank positiv. „Die Zahlen waren sehr ermutigend und im operativen Bereich durchweg besser als erwartet", sagte Georg Kanders von WestLB Panmure in Düsseldorf.

          BAWe prüft wegen Insiderhandel

          Unterdessen überprüft das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe), ob es bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Eine Sprecherin sagte, zunächst prüfe das Amt, ob die Bank ihre Quartalszahlen rechtzeitig per Pflichtmitteilung veröffentlicht habe. Sollte die Bank gegen geltende Regeln verstoßen haben, werde es eine Prüfung wegen möglichen Insiderhandels geben.

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