Kredit-Rating : Moody’s stuft Zypern auf „Ramsch“-Niveau
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Zypern machen seine Banken zu schaffen Bild: dapd
Nach Standard & Poor’s hat auch die amerikanische Ratingagentur Moody’s Zypern herabgestuft. Nach der griechischen Umschuldung könnte der Bankensektor des Landes staatliche Hilfe benötigen.
Die amerikanische Ratingagentur Moody’s hat die Kreditbewertung des Eurolandes Zypern auf „Ramsch“-Niveau heruntergestuft. Nach zuvor „Baa3“ werde die neue Bewertung um eine Stufe auf nunmehr „Ba1“ gesenkt, teilte Moody’s am Dienstag mit. Damit fällt das Rating für Zypern in die Kategorie „Spekulative Anlage“, die gemeinhin auch als „Ramsch“-Niveau bezeichnet wird. Den Ausblick setzte die Agentur auf „Negativ“. Damit ist in den kommenden Monaten mit einer weiteren Herabstufung des Inselstaates zu rechnen.
Moody’s begründete die Abstufung unter anderem mit den Auswirkungen der Griechenland-Krise auf Zypern. Es gebe ein verstärktes Risiko, dass die Regierung die Banken des Landes wegen des Engagements in Griechenland stützen müsse. Dies hätte direkte Auswirkungen auf die Staatsfinanzen. Die Sorge um den Bankensektor in Zypern habe unmittelbaren Einfluss auf das Vertrauen der Finanzmärkte in das südeuropäische Land.
Außerdem gebe es wachsende Unsicherheiten mit Blick auf die aktuellen Konjunkturflaute in Europa. Hiervon könnte auch die Wirtschaft in Zypern betroffen sein. Nach Einschätzung von Moody’s dürfte das „fragile Vertrauen der Märkte“ in das Land in Zukunft weiter fortbestehen. Dies könnte zu Problemen bei der Refinanzierung des Staates und des Bankensektors in Zypern führen.
Die Ratingagentur Standard & Poor“s hatte die Kreditwürdigkeit Zyperns bereits im Januar auf Ramschniveau herabgestuft, bei Fitch liegt der Inselstaat noch eine Stufe darüber.