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Krankenkassen : Beitrag steigt auf 15,5 Prozent

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Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) kurz vor dem Beschluss über den Einheitskrankenkassenbeitrag Bild: ddp

Der Beitrag für die gesetzlichen Krankenkassen soll 2009 auf 15,5 Prozent steigen. Das hat das Bundeskabinett am Dienstag beschlossen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) verteidigte die Erhöhung: Sie sichere eine gute medizinische Versorgung.

          Wer Mitglied einer vergleichsweise günstigen Krankenkasse ist, wird von Januar 2009 an spürbar mehr zahlen müssen. Das bestätigte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Der Beitrag für die gesetzlichen Krankenkassen wird auf einen Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent angehoben.

          Der Arbeitnehmer muss dann 8,2 Prozent seines Bruttolohns abgeben. Für die restlichen 7,3 Prozent kommt der Arbeitgeber auf. Eine entsprechende Verordnung brachte das Bundeskabinett nach Angaben aus Regierungskreisen am Dienstag in Berlin auf den Weg. Insgesamt steigen die Kasseneinnahmen um rund 11 auf 167 Milliarden Euro im Jahr 2009, wie Schmidt mitteilte. Sie verteidigte die Erhöhung. Das sichere eine gute Versorgung.

          3000 Euro Bruttolohn - ein Rechenbeispiel

          Zu den großen und bisher relativ günstigen Krankenkassen gehört die Techniker Krankenkasse (TK). Bisher beträgt ihr allgemeiner Beitragssatz 13,8 Prozent. Rechnet man den Zusatzbeitrag für Arbeitnehmer von 0,9 Prozent hinzu, landet man bei 14,7 Prozent. Bei einem Bruttolohn von 3000 Euro müssen insgesamt 441 Euro an die TK gezahlt werden. Der Arbeitnehmer muss davon 234 Euro zahlen. Wer bei einer vergleichsweise teureren Krankenkasse versichert ist, zahlt natürlich mehr.

          So wird er wohl funktionieren, der Gesundheitsfonds

          Ab 2009 wird der Einheitsbeitrag nun 15,5 Prozent betragen. Von den 3000 Euro Bruttogehalt müssen dann insgesamt 465 Euro an die Krankenkasse gezahlt werden. Der Arbeitnehmer muss dann 246 Euro, also 12 Euro mehr als vor der Beitragserhöhung, abführen.

          Kassen hatten 15,8 Prozent gefordert

          Rund 90 Prozent der 51 Millionen Kassen-Mitglieder in Deutschland sind nach Kassenangaben von der Beitragserhöhung betroffen. Bei knapp 8 Prozent werde weniger abgezogen. „Der Beitragssatz kann auch 2010 stabil bleiben“, sagte Schmidt der „Bild“-Zeitung. Sie wies die Kritik von Kassen an vermeintlich zu wenig Geld und drohenden Leistungseinschnitten als „Unverschämtheit“ zurück.

          Die Kassen hatten 15,8 Prozent gefordert. Schmidt wies Prognosen zurück, nach denen schon bald Zusatzbeiträge auf die Versicherten zukämen. Sie rief die Kassen auf, nach Möglichkeit einen Teil des Gelds an ihre Mitglieder zurückzuzahlen.

          Die Arzneimittelausgaben steigen 2009 voraussichtlich um 6,6 Prozent auf einen Rekordwert von mehr als 31 Milliarden Euro. Das Plus von etwa zwei Milliarden Euro sieht eine Vereinbarung von Kassen und Ärzten vor.

          Schmidt kündigte ein Spargesetz für den Fall an, dass eine schärfere Bewertung von Arznei nicht 2009 umgesetzt wird.

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