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Fußball-Weltverband : KPMG legt Fifa-Mandat nieder

Fifa-Präsident Gianni Infantino Bild: Reuters

Neuer Rückschlag für die Fifa und ihren neuen Präsidenten Infantino: In der Vertrauenskrise steigen nun auch die Wirtschaftsprüfer aus.

          Die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat mit sofortiger Wirkung das Mandat beim Internationalen Fußball-Verband (Fifa) als Revisionsstelle niedergelegt. Das bestätigte das Unternehmen auf Nachfrage von FAZ.NET. Gründe der Trennung nach 16 Jahren wurden von KPMG nicht genannt. „Gemäß den gesetzlichen Vorgaben haben wir den Präsidenten der Fifa mit Schreiben vom 9. Juni 2016 über unseren Rücktritt und die Rücktrittsgründe informiert. KPMG untersteht nach wie vor rechtlichen Pflichten gegenüber der Fifa und kann keine weitere Stellungnahme abgeben“, übermittelte ein KPMG-Sprecher per Mail.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hintergrund für die überraschende Entscheidung aber dürfte die anhaltende Vertrauenskrise beim Weltverband unter seinem neuen Präsidenten Gianni Infantino sein. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte zuletzt über Vorwürfe gegen Infantino berichtet. In einem internen Fifa-Dokument wird dem Präsidenten vorgeworfen, sich innerhalb seiner ersten drei Monate an der Spitze des Verbandes Verfehlungen habe zu Schulden kommen lassen. Dazu gehören Flüge in Privatjets und private Anschaffungen auf Kosten der Fifa. Die Unterlagen sollen inzwischen der verbandseigenen Ethikkommission zur Prüfung vorliegen. Zuvor hatten FAZ.NET vorliegende Tonaufzeichnungen von Sitzungen des höchsten Fifa-Gremiums (Council) in Mexiko-Stadt Mitte Mai belegt, dass Infantino mit anderen Council-Mitgliedern einen vorzeitigen Abgang des Fifa-Chefkontrolleurs Domenico Scala vorangetrieben hatte.

          Die Fifa ist zudem weiterhin aufgrund von Korruptionsvorwürfen gegen Funktionäre vornehmlich aus Süd- und Mittelamerika durch Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft sowie der amerikanischen Justizbehörden betroffen. 

          Die Fifa teilte am Abend mit, dass sie die Entscheidung von KPMG begrüße. Das gebe der Fifa die Möglichkeit, mit einer neuen Prüfungsgesellschaft zusammenzuarbeiten.

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