https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kpmg-legt-fifa-mandat-nieder-rueckschlag-fuer-gianni-infantino-14285518.html

Fußball-Weltverband : KPMG legt Fifa-Mandat nieder

  • -Aktualisiert am

Fifa-Präsident Gianni Infantino Bild: Reuters

Neuer Rückschlag für die Fifa und ihren neuen Präsidenten Infantino: In der Vertrauenskrise steigen nun auch die Wirtschaftsprüfer aus.

          1 Min.

          Die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat mit sofortiger Wirkung das Mandat beim Internationalen Fußball-Verband (Fifa) als Revisionsstelle niedergelegt. Das bestätigte das Unternehmen auf Nachfrage von FAZ.NET. Gründe der Trennung nach 16 Jahren wurden von KPMG nicht genannt. „Gemäß den gesetzlichen Vorgaben haben wir den Präsidenten der Fifa mit Schreiben vom 9. Juni 2016 über unseren Rücktritt und die Rücktrittsgründe informiert. KPMG untersteht nach wie vor rechtlichen Pflichten gegenüber der Fifa und kann keine weitere Stellungnahme abgeben“, übermittelte ein KPMG-Sprecher per Mail.

          Hintergrund für die überraschende Entscheidung aber dürfte die anhaltende Vertrauenskrise beim Weltverband unter seinem neuen Präsidenten Gianni Infantino sein. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte zuletzt über Vorwürfe gegen Infantino berichtet. In einem internen Fifa-Dokument wird dem Präsidenten vorgeworfen, sich innerhalb seiner ersten drei Monate an der Spitze des Verbandes Verfehlungen habe zu Schulden kommen lassen. Dazu gehören Flüge in Privatjets und private Anschaffungen auf Kosten der Fifa. Die Unterlagen sollen inzwischen der verbandseigenen Ethikkommission zur Prüfung vorliegen. Zuvor hatten FAZ.NET vorliegende Tonaufzeichnungen von Sitzungen des höchsten Fifa-Gremiums (Council) in Mexiko-Stadt Mitte Mai belegt, dass Infantino mit anderen Council-Mitgliedern einen vorzeitigen Abgang des Fifa-Chefkontrolleurs Domenico Scala vorangetrieben hatte.

          Die Fifa ist zudem weiterhin aufgrund von Korruptionsvorwürfen gegen Funktionäre vornehmlich aus Süd- und Mittelamerika durch Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft sowie der amerikanischen Justizbehörden betroffen. 

          Die Fifa teilte am Abend mit, dass sie die Entscheidung von KPMG begrüße. Das gebe der Fifa die Möglichkeit, mit einer neuen Prüfungsgesellschaft zusammenzuarbeiten.

          Weitere Themen

          Schweizer machen Weg für Rentenreform frei

          Arbeitszeit von Frauen : Schweizer machen Weg für Rentenreform frei

          Erstmals seit einem Vierteljahrhundert stimmt das Schweizer Volk einer Reform des staatlichen Rentensystems zu. Aber die Mehrheit war denkbar knapp. Frauen müssen künftig genauso lange arbeiten wie die Männer.

          Topmeldungen

          Chefin der Fratelli d’Italia, Giorgia Meloni

          Hochrechnungen : Rechtsbündnis um Meloni steht vor Wahlsieg in Italien

          Jubeln kann vor allem die Partei Fratelli d’Italia um Giorgia Meloni, die laut ersten Prognosen mit Abstand stärkste Kraft geworden ist. Meloni dürfte damit die künftige Regierung als erste Ministerpräsidentin Italiens anführen.
          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.