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IZA-Studie : Warum kostenlose Kita-Plätze ihr Ziel verfehlen

Mit dem Argument, dass Frauen bei kostenloser Kita-Betreuung wieder mehr arbeiten würden, haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Bundesländer die Gebühren für Kindertagesstätten mindestens teilweise abgeschafft. Bild: dpa

Schon im Vorfeld warnten Wissenschaftler vor dem teilweisen Erlass der Kitakosten. Eine Studie bestätigt diese Zweifel jetzt – und macht Vorschläge für ein effizienteres System.

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          Auf den ersten Blick klangen die Versprechungen verheißungsvoll: Kostenlose Betreuungsplätze für kleine Kinder würden deren Bildungschancen und soziale Kompetenzen stärken und zugleich dafür sorgen, dass mehr Frauen in Deutschland arbeiten – mit diesem Argument haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Bundesländer die Gebühren für Kindertagesstätten mindestens teilweise abgeschafft. In neun der elf westdeutschen Bundesländer zahlen Eltern heute nicht mehr für das letzte Kindergartenjahr, manche gingen sogar noch weiter: In Berlin beispielsweise wird noch in diesem Jahr die Betreuung aller Vorschulkinder beitragsfrei.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Nach den Vorstellungen der SPD ist das noch nicht genug. Im Wahlkampf versprach der Parteivorsitzende Martin Schulz kostenlose Kita-Plätze für alle: Arbeit und Familie dürften keine doppelte Belastung sein, befand er. Nach den Verhandlungen mit CDU und CSU fand sich dieser Gedanke zwar nicht eins zu eins im Sondierungspapier wieder. Aber auch dort heißt es, die Parteien wollten „die bestmögliche Betreuung für unsere Kinder und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Daher planen sie, Länder und Kommunen bei der Entlastung der Eltern bei den Gebühren zu unterstützen – „bis hin zur Gebührenfreiheit“.

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