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Erneuerbare Energien : Was läuft da falsch?

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Ein weiterer Faktor sind die Entschädigungszahlungen an die Ökostromerzeuger. Diese müssen die Netzbetreiber zahlen, wenn die Windmüller etwa an windstarken Tagen trotz der vorrangigen Abnahmepflicht für die Erneuerbaren auf ihrer Stromernte sitzen bleiben. Dazu kann es kommen, wenn die Infrastruktur für den Abtransport nicht reicht oder konventioneller Strom die Leitungen verstopft. Die Kosten dafür haben sich im vergangenen Jahr auf 643 Millionen Euro verdoppelt, und sie sollen noch steigen.

Dem Klima helfen, wo kein Wind weht

In der Summe stiegen die Haushaltsstrompreise so für die Verbraucher zuletzt auf 30,8 Cent je Kilowattstunde – während sie in den übrigen EU-Ländern nach Daten von McKinsey im Mittel bei 20,5 Cent lagen. Aber nicht nur die hohen Kosten sind den Bürgern schwer zu vermitteln. Schlimmer wiegt fast, dass die Investitionen vielen als sinnlos erscheinen: Die trällernden Odenwälder etwa halten für ausgeschlossen, dass die Energiewende, so wie sie derzeit gelenkt werde, für den Klimaschutz überhaupt tauge.

Die Windräder werden die Bäume auf dem Stillfüssel um einiges überragen. Vom Fuß bis zur Flügelspitze werden die Anlagen 212 Meter messen.

Bestätigt sehen sie sich durch Zahlen. So beschloss die erste große Koalition im integrierten Energie- und Klimaprogramm 2007, mit dem Zubau regenerativer Quellen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren – zehn Jahre früher, als es der Rahmen der EU für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 vorsieht. Doch obwohl die Bundesregierung seitdem Jahr für Jahr Dutzende Milliarden Euro auf die Bürger und Unternehmen umgelegt hat, ist absehbar, dass Deutschland das Ziel deutlich verfehlen wird – trotz des stark subventionierten Zubaus auf der gesamten Fläche: Der Ausstoß der Treibhausgase soll 2016 laut Prognose des Umweltbundesamts nur um 27,6 Prozent unter dem Vergleichswert von 1990 gelegen haben. Die Zahl fiel damit ungefähr so schlecht aus wie 2009.

Auf den Straßen von Wald-Michelbach bestärkt das die Windkraftgegner in dem Glauben, dass die Subventionen, wie sie auch den Windanlagen auf dem Stillfüssel einmal satt zufließen werden, klimapolitisch verpufften, also ineffizient und fehlgeleitet seien. Entega versichert zwar, durch die Anlagen in Zukunft jedes Jahr 22.000 Tonnen CO2 einsparen zu können. Doch wie könne dem Klima da geholfen werden, wo kein Wind wehe, hält Udo Bergfeld von der Bürgerinitiative dagegen.

Mehr als zwei Billionen Euro Kosten

Das sind schlechte Ergebnisse für das Klima, obwohl laut dem Ökonomen Justus Haucap in den Jahren 2000 bis 2015 schon rund 150 Milliarden Euro in den Zubau der Erneuerbaren geflossen sind. „Volkswirtschaftlich gesehen ist das ein Drama. Viel schlechter könnte die Bilanz eigentlich nicht ausfallen“, sagt er zu den hohen Kosten der Energiewende und dem kläglichen Nutzen für die Umwelt. Mit zwei Billionen Euro sollten die Deutschen rechnen, wenn die Bundesregierung den jetzigen Kurs beibehielte und dabei die Emissionen um 70 oder 85 Prozent bis 2050 drücken wollte, haben Wissenschaftler der Akademien Leopoldina, Acatech und Union jüngst außerdem ausgerechnet.

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