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Erneuerbare Energien : Was läuft da falsch?

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Doch Udo Bergfeld von der Bürgerinitiative Gegenwind glaubt Entega kein Wort. Den graubärtigen Mann, der mit einem Megafon auf der Straße steht, ärgert die fehlende Transparenz. „Es ist Betrug an uns allen“, ist er überzeugt – Entega hält die Ergebnisse von den Windmessungen geheim. „In Windschwachlastgebieten, wo die Ausnutzung so gering ist, lohnt es sich für die Betreiber nur, wenn sie 20 Jahre lang die Subventionen einstreichen“, sagt er. Den Sinn monströser Anlagen inmitten des Odenwaldes, in dem sich die Baumkronen zumeist eben doch nur leicht im seichten Wind wiegen, sieht er nicht. Dass der weit oberhalb der Bergkuppe, wo sich die Rotoren einmal drehen werden, wesentlich stärker ist, glaubt er nicht.

Bürgerinitiativen wie die von Bergfeld haben sich in Deutschland tausendfach gegründet – weil die Menschen auf dem Land die Windanlagen unansehnlich finden, keinen weiteren Zubau vor ihren Häusern wollen und sich von der Politik übergangen fühlen. Einige sagen auch, sie protestierten der Umwelt zuliebe. In windschwachen Gegenden wie dem Odenwald bestreiten sie außerdem beharrlich, dass die Windräder ohne die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) je rentabel sein, dem Klima nützen werden.

Schuld ist das Dauersubventionssystem

Die Energiewende ineffizient, teuer und fehlgeleitet – nur ein Irrglaube? Die Wahrheit, sagte die FDP im Bundestagswahlkampf, als sie den Windkraftgegnern zur Seite sprang und versprach, das „Dauersubventionssystem“ zu beenden und den jetzigen Ausbaupfad für die Erneuerbaren zu verlassen. Als die Sondierungsgespräche unter anderem auch an der Forderung der FDP nach einer Reform des EEG hin zu einer technologieneutralen Förderung scheiterten, nahmen das die Odenwälder wohltuend auf.

Doch Experten warnen vor großen Änderungen. Das würde die Energiewende nur verzögern, am Ende würde sie teurer, als sie sowieso schon ist. Die Windindustrie klagt zusätzlich: Sie muss neuerdings in Ausschreibungen um die staatliche Förderung kämpfen, nur noch der günstigste Anbieter bekommt das Staatsgeld. Das sei genug Veränderung, sagt der Windkraft-Verband.

Die Anlagen oberhalb von Wald-Michelbach im Odenwald sollen jeweils eine Leistung von 3,3 Megawatt erreichen.

Als Vorbild hatte Deutschland unter den von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geführten Regierungskoalitionen dienen wollen, den übrigen EU-Mitgliedern auf dem Weg in eine CO2-freie Zukunft vorangehen. Manches davon hat funktioniert: Mehr als 300.000 Beschäftigte zählt der Sektor für die Erneuerbaren, allein 140.000 davon sind in der Windbranche tätig. Zudem exportiert Deutschland Windtechnik wie sonst nur China. Und ein Drittel vom Bruttostrom ist in Deutschland schon erneuerbarer Strom: Rund 1,6 Millionen Photovoltaikanlagen erzeugen 5,9 Prozent, Windanlagen 11,9 Prozent des Stroms. Dass der Anteil der Erneuerbaren am Energiemix bis 2025 auf 40 bis 45 Prozent steigen wird, gilt als wahrscheinlich – eine wichtige Wegmarke aus dem EEG damit als fast erreicht.

Emissionshandel mit Mindestpreisen?

Zugleich zeigen Indikatoren aber auch, dass die große Koalition mit der bestehenden EEG-Förderung das für Bürger und Unternehmen so essenzielle Prinzip der Bezahlbarkeit von Strom riskiert. Der Bundesrechnungshof hat das schon moniert. Besonders hart trifft das die Privatverbraucher. Für sie ist die Umlage seit 2011 von 3,53 Cent je Kilowattstunde auf 6,88 Cent im Jahr 2017 geklettert. Und nach einem leichten Rückgang auf 6,79 Cent im kommenden Jahr wird sie 2019 auch noch weiter steigen.

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