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Korruptionsverdacht : Ukrainische Polizei nimmt Naftogaz-Chef fest

  • Aktualisiert am

Jewhen Bakulin (l) auf einem Archivbild vom Dezember mit Gazprom-Chef Alexei Miller (r). Im Hintergrund der inzwischen gestürzte Präsident Viktor Janukowitsch. Bild: REUTERS

Der einflussreiche Chef des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz ist wegen Korruptionsverdachts festgenommen worden. Er stehe im Verdacht, unter dem gestürzten Präsidenten Janukowitsch 2,9 Milliarden Euro veruntreut zu haben.

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          Die ukrainische Polizei hat den Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz festgenommen. Hintergrund seien Ermittlungen gegen Jewhen Bakulin in Zusammenhang mit einem Korruptionsfall, teilte Innenminister Arsen Awakow am Freitag in Kiew mit. Es liefen drei getrennte Verfahren wegen Korruption in der Gasindustrie, die den Staat möglicherweise mehrere Milliarden Dollar gekostet habe. Jewgen Bakulin stehe im Verdacht, unter dem gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch umgerechnet mindestens 2,9 Milliarden Euro veruntreut zu haben, teilte das Innenministerium in Kiew am Freitag mit.

          Bakulin werde verdächtigt, Chef einer „kriminellen Gruppe“ zu sein, zu der auch führende Mitglieder der jetzigen und der ehemaligen Regierung gehörten, erklärte Innenminister Arsen Awakow auf seiner Facebook-Seite.

          Naftogaz lehnte eine Stellungnahme ab. Der Konzern ist für den Import und die Verteilung russischen Erdgases in der Ukraine verantwortlich. Naftogaz hat auch das Monopol auf den Transport des Erdgases vom russischen Konzern Gazprom durch die Ukraine nach Westeuropa.

          „Die Ermittlungen sind nicht nur im Interesse der Justiz und der Rückführung gestohlener Gelder“, erklärte Innenminister Awakow. „Sie sind sogar noch wichtiger als eine Art Impfung gegen Korruption in der neuen Regierung.“

          Bakulin wurde 2010 Chef von Naftogaz. Damals stand der gestürzte Präsident Viktor Janukowitsch an der Spitze des Staates. Der Manager gilt auch als enger Verbündeter des früheren Vize-Ministerpräsidenten Juri Boiko.
           

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