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Korruptionsaffäre : Ex-Siemensmanager muss 15 Millionen zahlen

Heinz-Joachim Neubürger Bild: dpa

Für den früheren Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger schien die Korruptionsaffäre nach der Einstellung der strafrechtlichen Vorwürfe schon beendet. Nun wurde ihm ein Zivilverfahren um Schadensersatzforderungen zum Verhängnis.

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          Sieben Jahre nach Bekanntwerden der Siemens-Korruptionsaffäre ist der frühere Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger vom Landgericht München am Dienstag verurteilt worden. Neubürger muss seinem früheren Arbeitgeber 15 Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Siemens hat den Schmiergeldskandal, in dessen Folge Neubürger seinen Posten verloren hatte, längst überwunden.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Der heute 60 Jahre alte Manager war bis Mai 2006 Finanzvorstand des Elektrokonzerns, dann geriet er in den Sog der Affäre. Seit einigen Jahren lebt er in London. Alle strafrechtlichen Vorwürfe gegen ihn waren vor geraumer Zeit gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden. Allerdings ging es in dem anhängigen Zivilverfahren noch um Schadensersatzforderungen des Konzerns. Neubürger wurde vorgeworfen, dass er in seiner Amtszeit Aufsichtspflichten vernachlässigt hätte – damit war der Konzern nun vor Gericht erfolgreich.

          Entsprechend zufrieden äußerte sich ein Konzernsprecher: „Die Siemens AG begrüßt die Entscheidung des Landgerichts München“. Der Konzern sehe durch das Urteil die eigene Rechtsauffassung „in vollem Umfang bestätigt.“ In Justizkreisen wird allerdings damit gerechnet, dass Neubürger in Berufung geht. Mit allen anderen ehemaligen Vorständen hatte Siemens vor drei Jahren einen Vergleich geschlossen. Sie zahlten zwischen 500.000 und 5 Millionen Euro.

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