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Kopierer : Bilanz-Skandal bei Xerox weitet sich aus

  • Aktualisiert am

Xerox-Chefin Anne Mulcahy gerät in Bilanzschwierigkeiten Bild: AP

Der Kopiergerätehersteller Xerox hat seine Umsatz- und Gewinnangaben für 1997 bis 2001 nach Berichten über Falschbuchungen korrigiert.

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          Der Kopiergerätehersteller Xerox wird die Umsätze für die fünf Jahre bis 2001 insgesamt um zwei Prozent auf 91 Milliarden Dollar reduzieren. Das „Wall Street Journal“ (WSJ) hatte zuvor berichtet, Xerox habe in den vergangenen fünf Jahren die Umsätze möglicherweise um mehr als sechs Milliarden Dollar zu hoch angegeben.

          „Ungefähr 1,9 Milliarden Dollar Umsatz, der in den vergangenen Jahren ausgewiesen worden war, ist revidiert worden“, teilte Xerox am Freitag mit. Xerox werde in einer neuen Aufstellung für die Jahre 1997, 1998 und 1999 Umsatz und Gewinn nach unten korrigieren, hieß es weiter. Für 2000 und 2001 dagegen werde in der neuen Darstellung Umsatz und Gewinn angehoben. Für 2001 ergebe sich ein revidierter Umsatz von 17 Milliarden Dollar sowie ein Nettoverlust von 71 Millionen Dollar oder zwölf Dollar je Aktie.

          Neue Prüfung nach Strafzahlung an die SEC

          Die Unstimmigkeiten seien bei einer neuen Prüfung entdeckt worden, hatte das WSJ unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. Bis Montag müsse das Unternehmen seine revidierten Geschäftszahlen vorlegen.

          Die SEC hatte im April die Ermittlungen gegen Xerox eingestellt, allerdings eine erneute Prüfung der Bilanzen angeordnet. Der Vergleich über zehn Millionen Dollar - ohne ein Geständnis von Xerox - war die bisher höchste Zivilstrafe für Finanzberichterstattungs-Verstöße, die es bisher gegeben hatte. Die neue Wirtschaftprüfung ist laut dem Bericht von PricewaterhouseCoopers (PwC) durchgeführt worden, die im Oktober den langjährigen Xerox-Wirtschaftsprüfer KPMG abgelöst hat.

          Falschbuchungen auch 2001

          Nach der erneuten Überprüfung habe Xerox weit mehr Umsätze regelwidrig verbucht als die bisher von der US-Börsenaufsicht angenommenen drei Milliarden Dollar, hieß es in dem Bericht des „WSJ“. Während die SEC ihre Ermittlungen auf die Jahre 1997 bis 2000 erstreckt habe, hätten die Prüfer nun auch das Jahr 2001 berücksichtigt.

          Xerox-Chefin Anne Mulcahy hat das Unternehmen seit ihrem Amtsantritt im Mai 2000 auf einen harten Sparkurs gebracht und mit 22.000 Stellen fast jeden vierten der weltweit 96.000 Arbeitsplätze gestrichen.

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