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Kontaktsperre : Gelbe Karte für Bankenaufseher Farkas

Farkas hält eine Rede in Zürich Bild: Reuters

Der Ungar Adám Farkas will Chef des Bankenverbands Afme werden. Das sorgt in Brüssel für Kritik, denn bislang war er in der EU-Bankenaufsicht Eba die Nummer zwei.

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          Noch steht der Wechsel von Adám Farkas bevor, aber der amtierende Exekutivdirektor der EU-Bankenaufsichtsbehörde Eba sorgt in Brüssel schon für viel Ärger. Er will Anfang Februar von der Aufsicht zu einer Lobbyorganisation wechseln. Dann soll der 51 Jahre alte Ungar Chef der Association for Financials Markets in Europe (AFME) werden.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die AFME vertritt alle wichtigen Kapitalmarktteilnehmer, hauptsächlich Investmentbanken und Vermögensverwalter. aber auch Versicherungskonzerne wie die Allianz oder Ratingagenturen wie Standard & Poor's (S&P). In der Regulierung von Finanzmärkten spielt die AFME als Lobbyorganisation in Brüssel eine wichtige Rolle.

          Am Donnerstag hat sich der Wirtschafts- und Währungsausschuss mit der Personalie beschäftigt und eine Kontaktsperre mit Farkas als künftigen Bankenlobbyisten gefordert. In der mittlerweile von London nach Paris umgezogenen Eba hat er seit ihrer Gründung im Jahr 2011 gearbeitet. Farkas galt dort als Nummer zwei hinter dem Präsidenten José Manuel Campa.

          Heikler Wissenstransfer

          Seinen Wechsel hätten die Aufseher der Eba nur mit geringen Auflagen versehen, kritisiert der Ausschuss des EU-Parlaments. Er will diese verschärfen: Abgeordnete sollen Treffen mit Farkas vermeiden, zudem soll das Parlament ihm keinen Lobby-Hausausweis zur Verfügung stellen. Der Wissenstransfer von der Bankenaufsicht in eine Lobbyorganisation wird kritisch gesehen.

          „Wenn die Eba diesen Interessenkonflikt nicht effektiv verhindert, müssen die Europaabgeordneten ernst machen und den Lobbyisten Farkas konsequent meiden“, sagte Sven Giegold, Finanzfachmann und Sprecher der deutschen Grünen-Abgeordneten im Europäischen Parlament. Seiner Ansicht nach beschädigen Wechsel wie der von Farkas zwischen öffentlichen Institutionen und Lobbyorganisationen das Vertrauen in die Demokratie, wenn die Wechselnden keine Abkühlungsphase nehmen müssen.

          Giegold spricht von einem „grassierenden Drehtür-Problem“, da immer mehr Spitzenkräfte von einer Behörde in die Privatwirtschaft wechseln. Farkas ist promovierter Volkswirt, hat für die ungarische Notenbank und später für Gesellschaften von Intesa Sanpaolo oder Allianz gearbeitet.

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