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Konsumverhalten : Wer anders liebt, kauft anders ein

  • -Aktualisiert am

Christopher Street Day in Hamburg Bild: EPA

Konsumieren Schwule, Lesben oder Bisexuelle andere Produkte als Heterosexuelle? Shoppen sie mehr online? Eine Studie hat das untersucht und gezeigt: Wer anders liebt, kauft anders ein.

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          Nichtheterosexuelle Menschen kaufen offenbar anders ein als Heterosexuelle. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie des Marktforschungs- und Datenanalyseunternehmens Nielsen, die im vergangenen Jahr aus Anlass des einjährigen Bestehens der „Ehe für alle“ erstellt wurde und nun veröffentlicht worden ist. Im Falle von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- oder Intersexuellen (LGBTI) handele es sich um eine sehr bewusste und online-affine Konsumentengruppe, heißt es in der Erhebung mit dem Titel „Die bunte Welt der Verbraucher“.

          Während des Einkaufs griffen mehr als die Hälfte dieser Verbrauchergruppe zwar lieber zu günstigeren Produkten, sie legten aber gleichzeitig viel Wert auf Markenprodukte. Wie die Studie überdies herausgefunden hat, ist hier der allgemein zu beobachtende Trend zu weniger Fleischkonsum und zu Bioprodukten deutlich ausgeprägter als in der Gruppe der Heterosexuellen. Auch ist der Anteil der Personen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, sehr viel höher als in der Vergleichsgruppe.

          Nach Beobachtung von Nielsen nutzt die LGBTI-Gemeinschaft für den Einkauf des täglichen Bedarfs wie alle Konsumenten die Discounter, Super- oder Verbrauchermärkte. Sie kauft aber stärker als die übrigen Verbrauchergruppen im Internet ein. „Während der Online-Handel mit Lebensmitteln in Deutschland noch immer auf seinen Durchbruch wartet, zeigt sich hier innerhalb der LBGTI-Gruppe durchaus Potential für den E-Commerce mit Produkten des täglichen Gebrauchs“, kommentiert Özlem Yilmaz, zuständige Beraterin von Nielsen Deutschland. Dazu passe, dass diese Gruppe deutlich mehr Zeit online verbringt als die heterosexuelle Verbrauchergruppe. Nach der Erhebung von Nielsen macht hier das Verhältnis immerhin 5,6 Stunden zu 4,3 Stunden am Tag aus.

          Was die Internetnutzung der Deutschen angeht, spielen insgesamt die sozialen Netzwerke eine immer größere Rolle. Auffällig ist indes, dass Zugehörige der LGBTI-Gemeinschaft Formate wie Facebook oder die Videoplattform Youtube vergleichsweise stark als Inspirations- und Informationsquelle für den Einkauf nutzen. So gaben zum Zeitpunkt der Befragung 15 Prozent der Befragten an, dass Facebook die letzte Informationsquelle für ihren Einkauf war. Das sagten laut Nielsen nur 5 Prozent der heterosexuellen Verbrauchergruppe. Diese wiederum lässt sich vergleichsweise stärker durch Werbung im Fernsehen oder in einer Zeitschrift inspirieren als die Gruppe der LGBTI-Konsumenten. Entsprechend sollten Unternehmen beim Thema Vermarktung genauer über Zielgruppen nachdenken, schlussfolgert Yilmaz.

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