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Konsumgüter : Procter & Gamble übernimmt Gillette für 57 Milliarden Dollar

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Procter & Gamble wird mit Gillette zum weltgrößten Konsumgüterhersteller. Der Milliarden-Deal sorgt für weitere Übernahmespekulationen: Der bisherige Branchenprimus Unilever könnte sich Bic einverleiben.

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          Der amerikanische Konsumgüterriese Procter & Gamble (P&G) übernimmt für rund 57 Milliarden Dollar seinen Konkurrenten Gillette und steigt damit zum weltweiten Branchenprimus auf. Das fusionierte Unternehmen mit einer Produktpalette von Pampers-Windeln bis zu Duracell-Batterien käme auf einen Jahresumsatz von mehr als 60 Milliarden Dollar.

          Die Führungsgremien beider Firmen hätten der Übernahme per Aktientausch einmütig zugestimmt, teilte P&G am Freitag mit. Der Konzern zahlt einen 18-prozentigen Aufschlag auf den Gillette-Kurs, plant im Zuge der Übernahme milliardenschwere Aktienrückkäufe und kündigte Kostensenkungen von 16 Milliarden Dollar an. Unter anderem sollen vier Prozent der rund 140.000 Mitarbeiter entlassen werden.

          Warren Buffett: „Das ist ein Traum-Deal“

          Der Gillette-Aktienkurs sprang in Frankfurt um mehr als zwölf Prozent in die Höhe, P&G-Titel verloren hingegen knapp sechs Prozent. Weltweit löste die Ankündigung Übernahmespekulationen aus, was die Aktien europäischer Konkurrenten in die Höhe trieb.

          Das Hauptquartier des Rasiererherstellers

          Mit der Übernahme löst P&G, der 2003 den Darmstädter Haarpflege-Spezialisten Wella für knapp sechs Milliarden Euro gekauft hatte, das britisch-niederländische Unternehmen Unilever als größten Konsumgüterproduzenten ab. „Diese Fusion wird die größte Konsumgüter-Firma der Welt hervorbringen. Das ist ein Traum-Deal“, sagte Milliardär und Gillette-Großaktionär Warren Buffett.

          P&G zahlt Kursaufschlag von 18 Prozent

          Die für die Kartellaufsicht zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes deutete an, die Fusion werde möglicherweise von der EU untersucht. P&G wollte die Übernahme am Freitagmorgen in New York mit Analysten und Investoren diskutieren. Der Zusammenschluß ist der weltweit größte seit der Bank-One-Übernahme durch J.P. Morgan Chase im Januar 2004 mit einem ähnlichen Volumen. In den vergangenen Monaten hat die Zahl der milliardenschweren Übernahmen in Amerika wieder deutlich zugenommen.

          Wie P&G mitteilte, sollen die Aktionäre von Gillette für eine Aktie je 0,975 P&G-Titel erhalten. Daraus errechnet sich ein Preis von 53,94 Dollar je Gillette-Aktie, ein Aufschlag von fast 18 Prozent auf den Schlußkurs vom Donnerstag. Der gebotene Preis liegt damit etwa 28 Mal so hoch wie der von Gillette prognostizierte Jahresgewinn je Aktie 2005.

          Analystenprognosen übertroffen

          Geplant sei, über die nächsten 18 Monate Aktien im Wert von 18 bis 22 Milliarden Dollar zurückzukaufen. Dies entspricht rund einem Zehntel des Marktwertes des fusionierten Unternehmens. Dies bedeutet nach P&G-Angaben, daß der Konzern Gillette damit faktisch zu 60 Prozent mit Aktien und zu 40 Prozent mit Barmitteln erwirbt. Die Übernahme soll bis zum Herbst abgeschlossen sein.

          P&G setzte auch seine Umsatzziele für das laufende Jahr herauf. Demnach erwartet das Unternehmen nun ein Wachstum von fünf bis sieben Prozent nach bislang prognostizierten vier bis sechs Prozent. Im abgelaufenen Quartal übertraf das Unternehmen beim Quartalsgewinn die Analystenprognosen. Der Gewinn stieg nach den am Donnerstagabend überraschend vorgelegten Zahlen auf 2,04 Milliarden Dollar von 1,81 Milliarden Dollar im Vorjahr.

          Übernahme von Bic durch Unilever?

          Die Fusion löste auch an den europäischen Märkten Übernahmespekulationen aus. „Das ist ein höllisch großer Deal und bringt die Leute dazu, zu glauben, Unilever und andere könnten sich nun in neue Übernahmeschlachten stürzen“, sagte ein Händler in Paris. Ein mögliches Übernahmeziel für Unilever könnte der französische Rasierer- und Feuerzeug-Hersteller Bic sein, fügte er hinzu. Der Aktienkurs von Bic stieg am Freitag in Paris zwischenzeitlich um rund neun Prozent.

          Der Zusammenschluß zwischen dem Pampers-Windeln- und Ariel-Waschmittel-Produzenten P&G aus Cincinnati und dem in Boston ansässigen Hersteller von Duracell-Batterien und Oral-B- Zahnpflegeprodukten Gillette stärkt P&G zufolge die Chance auf deutlich zweistellige Gewinnwachstumsraten im Jahr. Mit der Übernahme erhält P&G auch Zugang zu neuen Produktfeldern: Gillette ist Weltmarktführer bei Rasierern.

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