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Konkurs : Kabel New Media stellt Insolvenzantrag

  • Aktualisiert am

Hat nichts mehr zu lachen: Peter Kabel Bild: dpa

Das Spiel ist aus. Der einstige Börsensenkrechtstarter ist pleite.

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          Der finanziell angeschlagene Hamburger Internet-Dienstleister Kabel New Media hat nach Angaben des Oberlandesgerichts Hamburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

          „Die Eigenanträge sind heute eingegangen", sagte Gerichtssprecherin Sabine Westphalen. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter sei noch nicht bestimmt worden. Kabel New Media gab zunächst keine Stellungnahme ab. Die am Neuen Markt notierte Kabel-Aktie verlor zeitweise mehr als 26 Prozent und fiel auf ein neues Allzeittief von 0,37 Euro.

          Am Freitag hatte Kabel New Media nach dem Rückzug eines potenziellen Beteiligungsinteressenten einen vorläufigen Zahlungsstopp angekündigt. Bereits am Wochenende hatte es aus Unternehmenskreisen geheißen, das Unternehmen werde voraussichtlich am Montag einen Insolvenzantrag stellen, was Kabel New Media aber nicht kommentieren wollte.

          "Wir führen weiter Gespräche mit Investoren, aber diese Gespräche sind nicht so aussichtsreich", hatte Kabel-Sprecherin Caroline Götz am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Die Gespräche dauerten schon Monate an. Sollten sie scheitern, drohe Kabel ein Insolvenzantrag. Kabel werde die Gehälter noch drei Monate zahlen. Solange gebe es noch ein operatives Geschäft.

          Der Zahlungsstopp beziehe sich auf sämtliche Forderungen aller Gläubiger, sagte Unternehmenssprecher Stefan Meyerhoefer am Freitag. Forderungen und Verbindlichkeiten des Unternehmens stünden auf dem Prüfstand. „Derzeit ist ungewiss, in welcher Form es weiter geht", sagte der Sprecher. Alle Möglichkeiten der Mittelbeschaffung würden geprüft.
          Vor zwei Wochen hatte Kabel angekündigt, die Gewinnzone nicht wie geplant im vierten Quartal 2000/2001 (Geschäftsjahresende zum 31. März) erreichen zu können. Der Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) werde sich auf etwas weniger als 14 Millionen Euro nach einem Verlust von einer Millionen Euro im Vorjahreszeitraum belaufen.

          Verluste im Auslandsgeschäft

          Als Gründe hatte Kabel Forderungsausfälle des Sportvermarkters ISL Worldwide und schwächer als geplante Umsätze in einigen Betriebseinheiten genannt. Der Break-Even auf Basis Cash-Ebita werde für Ende 2001 angestrebt. Götz sagte am Freitag, Kabel, das die am Neuen Markt gelisteten GFT und Pixelpark zu seinen Wettbewerbern zählt, halte an diesem Ziel fest.

          Insbesondere im US-Markt habe es enorme Einbußen gegeben, aber auch in Skandinavien, fügte Meyhoefer am Freitag hinzu. Die Verluste könnten aber noch nicht beziffert werden. Über Schließungen von Niederlassungen müsse nachgedacht werden, sollten die Zahlen dafür sprechen. In den USA und Großbritannien hatte Kabel seine Geschäfte bereits beendet. Für 2000/2001 rechnet Kabel auf Grund außerplanmäßiger Abschreibungen mit einem Verlust zwischen 115 und 130 Millionen Euro.

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