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Konjunktureller Gegenwind : Siemens stellt die Prognose infrage

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Schlechtes Umfeld: Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher glaubt nicht mehr an ein Erreichen der Gewinnprognose. Bild: dapd

„Wir spüren einen stärkeren konjunkturellen Gegenwind“, so formuliert es Siemens-Chef Peter Löscher - und äußert Zweifel an der Erreichbarkeit der Gewinnprognose. Jetzt soll ein neues Sparprogramm helfen. Auch der Osram-Börsengang wird verschoben.

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          Die aufziehende Konjunkturkrise verdüstert die Perspektiven von Siemens. Im abgelaufenen dritten Quartal kletterte der Umsatz des Münchener Technologieriesen zwar binnen Jahresfrist nochmals um ein Zehntel auf 19,5 Milliarden Euro. Der Auftragseingang brach allerdings um ein Viertel auf 17,8 Milliarden Euro ein. Siemens-Chef Peter Löscher zweifelt daran, dass sein Haus wie geplant im fortgeführten Geschäft einen Jahresgewinn von 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro einfahren kann.

          „Wir spüren eine zunehmende Investitionszurückhaltung bei unseren Kunden und einen stärkeren konjunkturellen Gegenwind, vor allem in den industriellen kurzzyklischen Geschäften“, erklärte Löscher am Donnerstag. „Angesichts des verschlechterten Umfelds ist es schwieriger geworden, unsere Prognose für das Geschäftsjahr zu erreichen.“

          Löscher kündigte kündigte deshalb ein Sparprogramm an. Ob das auch Stellenabbau heißt, blieb zunächst offen. In allen Sektoren „arbeiten wir gezielt an Kostensenkungen“, sagte Löscher am Donnerstag in München. Siemens erwarte keine Erholung, sondern eine weitere Abkühlung der Weltwirtschaft. Deshalb lasse er jetzt ein Programm ausarbeiten, „das den Fokus auf die Verbesserung von Kosten, Produktivität, Effizienz und Prozessen legt“, sagte Löscher. Siemens werde „aus dieser Krise schlanker, schneller und agiler“  herauskommen. Heute beschäftigt Siemens in Deutschland rund 119.000 Mitarbeiter - 3000 mehr als vor einem Jahr.

          Gewinn des Industrie-Segments knickte ein

          Vor allem das Geschäft mit Fabrikausrüstung lahmt. Der Gewinn des konjunkturanfälligen Industrie-Segments des Konzerns knickte in den Monaten April bis Juni um ein Viertel auf 523 Millionen Euro ein. Die Marge der Sparte ging bei stagnierendem Umsatz um fast vier Punkte auf 10,2 Prozent zurück.

          Der Gesamtgewinn der Münchner legte in deren dritten Geschäftsquartal zwar um 70 Prozent auf 850 Millionen Euro zu, blieb aber deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Im Vorjahreszeitraum hatte Siemens hohe Sonderlasten verbucht.

          Im Energiesektor hat Siemens mit schlechten Geschäften mit Wind- und Solaranlagen zu kämpfen. Der Gewinn der Division Erneuerbare Energie knickte um die Hälfte auf 36 Millionen Euro ein, das Solarsegment weitete seinen Verlust aus. Der „grüne Infrastrukturriese“ verdient weiter am besten mit Gaskraftwerken und Ausrüstung zur Stromgewinnung aus fossilen Quellen.

          Osram-Börsengang verschoben

          Wegen des schlechten Umfelds will Siemens seine Lichttochter Osram nicht mehr in diesem Jahr an die Börse bringen, sondern die Osram-Aktien nächstes Jahr an die Siemens-Aktionäre verschenken. Ursprünglich war dies bereits im vergangenen Jahr geplant. Wegen Abschreibungen in Höhe von 443 Millionen Euro rutschte Osram im abgelaufenen Quartal in die roten Zahlen.

          Damit reiht sich Siemens in die Serie der IPO-Absagen ein. Wegen den Verwerfungen an den Kapitalmärkten hatten schon mehrere Unternehmen ihre Börsenpläne abgesagt oder auf Eis gelegt. Siemens-Chef Peter Löscher hatte noch Anfang Juli gesagt, Osram weiter an die Börse bringen zu wollen. Die jüngsten Rückzüge von Börsenaspiranten wie Evonik oder Kolbenschmidt-Pierburg würden das Vorhaben nicht anfechten.

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