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Konjunkturbarometer : Ifo-Index steigt zum dritten Mal in Folge

  • Aktualisiert am

Trotz Schuldenkrise: Die deutsche Wirtschaft brummt Bild: dpa

Deutschlands Unternehmer blicken immer zuversichtlicher nach vorn: Trotz Schuldenkrise ist der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts im Januar den dritten Monat in Folge gestiegen. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn jubelt: „Die deutsche Wirtschaft startet mit Elan ins neue Jahr.“

          Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend deutlich aufgehellt. Das Ifo-Geschäftsklima, ein wichtiger Konjunkturfrühindikator, stieg im Januar den dritten Monat in Folge. Der Index verbesserte sich von 107,3 auf 108,3 Punkte und lag damit über den Erwartungen der Volkswirte. „Zwar ist die derzeitige Geschäftslage der Unternehmen etwas weniger gut als im Dezember. Aber die Geschäftserwartungen haben sich merklich aufgehellt“, erläuterte der Präsident des Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn die Ergebnisse der monatlichen Umfrage unter rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Bauwirtschaft. „Die deutsche Wirtschaft startet mit Elan ins neue Jahr“, fügte er hinzu.

          Eine dreimaliger Anstieg des Ifo-Index deutet nach Ansicht vieler Ökonomen auf einen Wendepunkt der Konjunktur hin. Seit Sommer 2011 hatte sich die Stimmung eingetrübt, weil die Zukunftssorgen angesichts der europäischen Schuldenkrise zunahmen. Nun gewinnen die Unternehmen ihren Optimismus zurück. „Nachdem die Wirtschaft im Winterhalbjahr einen Gang zurückgeschaltet hat, sendet sie erste Signale, die auf ein Ende der Schwächephase hindeuten“, sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Der Deutschland-Chefvolkswirt von Unicredit, Andreas Rees, sprach gar von einer „fundamentalen Wende“, die zum wichtigsten Ereignis sowohl für die deutsche als auch die europäische Wirtschaftsentwicklung dieses Jahres werden könnte. Im Schlussquartal 2011 war die deutsche Wirtschaftsleistung leicht geschrumpft. Der Ifo-Anstieg deutet nun nach Ansicht der Commerzbank darauf hin, „dass die Rezession im Frühjahr enden sollte“.

          Die Wirtschaftseinschätzung im Januar  für Deutschland

          Als einen Hauptgrund für das gestiegene Ifo-Geschäftsklima sehen Unicredit und Commerzbank das Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB), welche die Geldschleusen für die Banken weit geöffnet hat und die Leitzinsen niedrig hält. Das habe die Unsicherheit vermindert, die nach der Zuspitzung der Schuldenkrise aufkam. „Aber die EZB kann die eigentlichen Ursachen der Krise nicht lösen, weshalb die Wirtschaft nach dem Ende der Rezession nur verhalten wachsen sollte“, gab Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer zu bedenken. Die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten in diesem Jahr etwa ein halbes Prozent Wachstum, die Bundesregierung hält 0,7 Prozent für möglich. Der Bundesverband der deutschen Industrie betonte seine optimistische Konjunktureinschätzung. Der Export der deutschen Industrie werde um 3 Prozent zulegen.

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