https://www.faz.net/-gqu-784xk

Zypern : Medien: Beweise im Banken-Skandal vernichtet

  • Aktualisiert am

Filiale und Geldautomaten der schwer angeschlagenen Bank of Cyprus Bild: dapd

Auf Zypern sollen wichtige Beweise über die schwer angeschlagene Bank of Cyprus vernichtet worden sein. Derweil beschloss das Finanzministerium, die Beschränkungen im Kapitalverkehr für weitere drei Tage aufrecht zu erhalten.

          Auf Zypern sollen nach einem Medienbericht wichtige Beweise über die schwer angeschlagene Bank of Cyprus vernichtet worden sein. Dies berichtete am Mittwoch das staatliche Fernsehen RIK in den Abendnachrichten unter Berufung auf „zuverlässige Quellen“. Die Vorwürfe stützten sich auf ein umfangreiches Gutachten der Beraterfirma Alvarez & Marsal, das am 26. März der Zentralbank von Zypern vorgelegt wurde und zurzeit vom Generalstaatsanwalt der Insel, Petros Klerides, untersucht wird.

          Im zyprischen Fernsehen sagte Klerides, dass niemand seiner Verantwortung entgehen werde. Wer sich in der Bankenkrise strafbar gemacht oder Beweismaterial unterschlagen hätte, müsse mit Konsequenzen rechnen. Den Report von Alvarez & Marsal müsse er aber zunächst eingehend prüfen. Anschließend werde er ihn an den jüngst gebildeten Untersuchungsausschuss weiterleiten, der sich mit den Ursachen der Krise auf Zypern befassen wird.

          Das Gutachten von Alvarez & Marsal betrifft neben der Bank of Cyprus auch das zweite in Schieflage geratene Geldhaus, die Laiki Bank (CPB). Die Banken waren durch das starke Engagement in Griechenland nach dem griechischen Schuldenschnitt im Oktober 2011 ins Taumeln geraten. Die Versuche sie zu stützen, brachten den zyprischen Staat an den Rand des Bankrotts. Zypern musste daraufhin internationale Hilfe beantragen.

          Das zyprische Finanzministerium hat derweil beschlossen, die Beschränkungen im Kapitalverkehr zunächst für weitere drei Tage aufrecht zu erhalten. Die Order des neuen zyprischen Finanzministers Charis Georgiades wurde am Mittwochabend veröffentlicht. Begründet wurde der Schritt mit den nach wie vor bestehenden Liquiditätsengpässen auf der Insel und der Gefahr von weiteren Kapitalabflüssen.

          Die Maßnahmen waren in der vergangenen Woche beschlossen worden, bevor die zyprischen Banken nach einer fast zweiwöchigen Schließung im Zuge der Finanzkrise des Eurolandes wieder öffneten. Demnach liegt das Limit für Bargeldabhebungen weiterhin bei 300 Euro pro Person und Bank. Verboten sind auch der grenzüberschreitende bargeldlose Verkehr und Auslandsüberweisungen sowie Überweisungen auf Konten bei anderen Banken.

          Ausgenommen sind Überweisungen bis zu 25.000 Euro pro Tag und Konto für geschäftliche Zwecke innerhalb Zyperns und Auslandsüberweisungen bis 5000 Euro. Transfers oberhalb dieser Grenzen bedürfen weiterhin der Zustimmung der Zentralbank. Außerdem wird bis zu einer Grenze von 9000 Euro der Gebrauch von Schecks erlaubt - sie dürfen allerdings weiterhin nicht eingelöst werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Amerikanische Staatsanleihen : China verkauft im großen Stil

          China war jahrelang der größte Abnehmer amerikanischer Staatsanleihen. Doch der Bestand ist auf das niedrigste Niveau seit zwei Jahren gesunken. Das löst Befürchtungen über eine neuerliche Eskalation im Handelskonflikt aus.
          SPD-Fraktionsvorsitzender in Nordrhein-Westfalen: Thomas Kutschaty

          Kandidaten für SPD-Vorsitz : Schluss mit dem Nein-Sagen

          Eigentlich hat Thomas Kutschaty als Chef der SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen alle Hände voll zu tun. Warum er sich trotzdem vorstellen kann, Parteivorsitzender zu werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.