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Mögliche Insider-Warnungen vor Zwangsabgaben : Zyperns Parlament prüft verdächtige Geldüberweisungen

  • Aktualisiert am

Schlechte Sicht in Nikosia Bild: dpa

Wurden in Zypern Personen von Insidern vor Zwangsabgaben gewarnt? Das zyprische Parlament hat sich eine Liste mit rund 6000 Namen vorgenommen, die unmittelbar vor der Bankenschließung Mitte März große Summen ins Ausland überwiesen hatten. Der Chef des Untersuchungsausschusses aber will mehr.

          Seit Dienstag lägen die Listen der Namen von Bankkunden vor, deren Geldüberweisungen möglicherweise auf Insiderinformationen beruhten, heißt es von Parlamentsabgeordneten. Nach Ansicht des Präsidenten des Untersuchungsausschusses, Dimitris Syllouris, muss die Zentralbank aber noch mehr Namen liefern.

          „Es hat Personen gegeben, die drei und vier Mal (im entscheidenden Zeitraum) Geld ins Ausland überwiesen haben“, sagte Syllouris im zyprischen Radio. Dies betreffe den Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 15. März 2013. Er habe Aufklärung auch über einen längeren Zeitraum von zwölf Monaten verlangt. Diese Liste habe die Zentralbank aber bislang nicht vorgelegt.

          Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt

          Auch die zyprische Staatsanwaltschaft untersucht Berichte, wonach Unternehmen nach Insider-Warnungen vor Zwangsabgaben auf Bankeinlagen rechtzeitig hohe Summen ins Ausland geschafft haben sollen. Dabei soll es um Gelder in Höhe von rund 700 Millionen Euro gehen. In Kürze soll zudem das Verfahren in Gang kommen, das den Kampf gegen Geldwäsche in Zypern überprüft, wie der neue Finanzminister Charis Georgiades im zyprischen Radio ankündigte. Die Aufsicht wird der Expertenausschuss des Europarates für die Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (Moneyval) übernehmen.

          Für die EU und Berlin ist diese Prüfung eine der Voraussetzungen für die Kredithilfen an das pleitebedrohte Zypern in Höhe von zehn Milliarden Euro. Seit Monaten gibt es Vorwürfe, wonach Zypern in Europa ein Hafen für Geldwäsche ist.

          Auf dem informellen Treffen der Eurogruppe an diesem Freitag in Dublin ist die politische Billigung der Vereinbarungen mit dem pleitebedrohten Land Hauptthema. Die Inselrepublik muss eine wirtschaftliche Rosskur durchmachen, um die Hilfskredite der internationaler Geldgeber zu erhalten. Der Branchenführer, die Bank of Cyprus, soll radikal schrumpfen, die Nummer zwei Laiki Bank zerschlagen werden. Nach der Billigung muss das Programm noch von nationalen Parlamenten genehmigt werden, unter anderem in Deutschland.

          Weiter bangen müssen die Kunden der schwer angeschlagenen Bank of Cyprus. Die endgültige Entscheidung über die Höhe der Zwangsabgabe auf ihre Ersparnisse über 100.000 Euro bleibt vorerst aus. Dies ist einer Erklärung der zyprischen Zentralbank zu entnehmen. 22,5 Prozent der Ersparnisse über 100.000 Euro bleiben eingefroren, bis der Sanierungsbedarf der Bank of Cyprus geklärt sei, heißt es dort. Experten gehen davon aus, dass dieses Verfahren bis September dauern könnte. Die Sparer haben bereits 37,5 Prozent der Guthaben verloren. Insgesamt könnten es bis zu 60 Prozent werden. Die Höhe hängt auch davon ab, inwieweit die Regierung die Sozialkassen und die Kommunen als Anleger schonen wird, um weitere Löcher im Haushalt zu vermeiden. Dies würde automatisch die Verluste für die anderen Sparer erhöhen.

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