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Chrystalla Giorkatzi : Neue Chefin für Zyperns Notenbank

  • Aktualisiert am

Ein Roller-Fahrer verlässt in Nikosia das Gelände der zyprischen Zentralbank. Bild: dapd

Einen Tag nach dem Rücktritt des zyprischen Zentralbankchefs steht die Nachfolgerin bereits fest. Die Ökonomin Chrystalla Giorkatzi soll den Posten übernehmen. Sie gilt als entschlossene Korruptionsbekämpferin.

          Neue Chefin der zyprischen Zentralbank wird die 58-jährige Ökonomin Chrystalla Giorkatzi. Dies teilte das Büro des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades am Dienstag mit. Giorkatzi war zuletzt Vorsitzende der höchsten Finanz-Kontrollbehörde der Inselrepublik und hat sich dabei den Ruf als entschlossene Korruptionsbekämpferin erworben. Wie der staatliche Rundfunk (RIK) Zyperns berichtete, wird sie ihr Amt am 11. April antreten. Am Vortag war der bisherige Notenbank-Chef, Panikos Demetriades, zurückgetreten.

          Sein Rücktritt war seit langem erwartet worden. Mitarbeiter des konservativen Präsidenten machten Demetriades für Fehler verantwortlich, die Zypern im vergangenen Jahr bis an den Rand der Staatspleite brachten. Er habe sich inkompetent verhalten, als sich Zyperns Bankenkrise zuspitzte und es zu einer internationalen Rettungsaktion für das Land kam.

          Der Bankensektor hatte Zypern tief in die Krise gerissen. Nur mit Hilfe internationaler Geldgeber gelang die Rettung. Anleger und Investoren mussten mit einer Zwangsabgabe dazu beitragen. Die Eurozone, die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) griffen Zypern mit zehn Milliarden Euro unter die Arme. Die Zyprer selbst müssen 13 Milliarden Euro beisteuern.

          Das Land ist wirtschaftlich noch immer schwer angeschlagen. Die Wirtschaft schrumpfte Ende vorigen Jahres zum Vorquartal um 0,8 Prozent und steckt damit weiter in der Rezession. Wie drastisch der Wirtschaftseinbruch ausfällt, zeigt der Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im letzten Quartal 2013 binnen Jahresfrist um 5,0 Prozent.

          Chrystalla Giorkatzi wird nach ihrem Wechsel an die Spitze der Notenbank automatisch als Vertreterin Zyperns in den EZB-Rat einziehen, der über die Zinspolitik im Währungsraum entscheidet. In dem Gremium ist seit einigen Wochen mit der deutschen EZB-Direktorin Lautenschläger wieder eine Frau vertreten, nachdem der Rat lange Zeit eine reine Männerdomäne war.

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