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Zypern : In der Wirtschaftshölle

  • -Aktualisiert am

Zypern steckt in einer tiefen Rezession. Das Land hat die Sparauflagen der Troika schnell erfüllt. Doch die Arbeitslosigkeit steigt weiter, und das Schicksal der Bank of Cyprus ist nach wie vor ungeklärt.

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          Die ersten 100 Tage in der Hölle sind überstanden. Dies war die einzige Nachricht, über die sich die Zyprioten einigermaßen freuen könnten, nachdem ihre Insel im April mit einem 10-Milliarden-Hilfspaket der Euro-Retter einen Banken- und Staatsbankrott abwenden konnte. Sonst gibt es nur Hiobsbotschaften. Auch die Hoffnung, dass ein gutes Tourismusjahr die Wucht der Rezession bremsen könnte, wurde enttäuscht. Im ersten Halbjahr kamen nur 924 000 Touristen, also um 7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

          Ein beschleunigtes Schrumpfen der Wirtschaft infolge der Austeritätspolitik und der Bankenkrise hatten die Zyprioten erwartet, nicht aber, dass die Kapitalverkehrskontrollen die Wirtschaft so stark strangulieren würden. Offiziell wird mit einem Minus von 8,5 Prozent des BIP in diesem Jahr gerechnet. Analysten der griechischen Eurobank schließen eine Rezession um 16,7 Prozent nicht aus. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai über 16 Prozent, sie klettert monatlich um 0,5 bis 1 Prozentpunkte. So ist die Stimmung der Bevölkerung trüb.

          Trotz der negativen Entwicklungen in der Realwirtschaft sind die Staatsfinanzen unter Kontrolle geblieben. Die Regierung hat sich beeilt, die Sparempfehlungen der Troika umzusetzen. Im Zeitraum Januar bis Mai konnte Zypern sein öffentliches Defizit auf 80,7 Millionen Euro beschränken. Finanzminister Charis Georgiadis rechnet sogar damit, dass Zypern bis Ende 2013 die fiskalischen Ziele übertreffen könnte. Voraussetzung dafür, dass sich die Lage in der Wirtschaft wieder etwas normalisiert, wäre eine Aufhebung der Kapitalkontrollen. Damit ist aber nicht zu rechnen, solange nicht über die Bank of Cyprus klare Verhältnisse bestehen. Noch steht nicht fest, ob das Institut überleben kann, wie hoch sein Sanierungsbedarf ist und wie weit die ungesicherten Einlagekonten von mehr als 100 000 Euro beschnitten werden. Der notwendige Schnitt könnte auf 50 Prozent begrenzt werden. Bis zum Herbst wird allerdings die Unsicherheit andauern.

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