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Zusätzliches Geld : EZB prüft neue Bankenhilfen

Euro-Skulptur vor der EZB Bild: dpa

Die Banken haben viel Geld als Krisenhilfe bekommen und viel davon zurückgezahlt. Nach Einschätzung der EZB vielleicht zu viel. Jetzt sollen sie wieder mehr Geld bekommen.

          In der Europäischen Zentralbank (EZB) wird angesichts neuer Verspannungen am Geldmarkt über Wege nachgedacht, wie die Liquiditätssituation der Banken verbessert werden kann.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

          Die Überschussliquidität der Banken ist inzwischen stark gesunken. Vor gut zwei Jahren hatten sie sich bei den großen Dreijahrestendern (EZB-Chef Mario Draghis „Dicke Bertha“) rund eine Billion Euro frisches Geld geliehen, aber den Großteil davon inzwischen vorzeitig zurückgezahlt. Derzeit haben sie noch rund 170 Milliarden Euro Überschussliquidität, nachdem sie sich vor zehn Tagen 20 Milliarden Euro frisch geliehen haben. Im Januar lag der Eonia-Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen, an einigen Tagen über dem Hauptleitzins von 0,25 Prozent. Dies werten Fachleute als Zeichen dafür, dass einige Banken kurzzeitig Schwierigkeiten hatten, sich Liquidität zu beschaffen.

          In den Diskussionen verschiedener Fachkomitees der EZB hat nun offenbar auch die Bundesbank angeregt, zur Erhöhung der Liquidität die bisherige „Sterilisierung“ der umstrittenen EZB-Anleihekäufe aufzugeben. Dies berichtete das „Wall Street Journal“ am Wochenende.

          Von Mai 2010 bis Anfang 2012 hatte die EZB unter ihrem damaligen Präsidenten Jean-Claude Trichet – gegen den Einspruch der Vertreter der Bundesbank – vor allem südeuropäische Staatsanleihen im Wert von mehr als 210 Milliarden Euro gekauft. Von diesem Bestand sind jetzt noch etwa 175 Milliarden Euro übrig. Jede Woche entzieht die EZB dem Markt durch die „Sterilisierung“ Liquidität in etwa dieser Höhe. Einige Volkswirte und Bankanalysten werben schon seit längerem dafür, die Sterilisierungsgeschäfte auszusetzen, da dies ein einfaches Mittel sei, die Liquidität gezielt und begrenzt zu erhöhen.

          Die Bundesbank verwahrte sich gegen den Eindruck, dies sei bislang an ihrem Widerstand gescheitert. Die deutsche Kritik an den Staatsanleihekäufen für die Peripherieländer zielte darauf ab, dass diese die Risikoprämien in Europa nivellierten und eine indirekte monetäre Staatsfinanzierung bewirken. Die Sterilisierung sei eher „ein Ablenkungsmanöver von Trichet“ gewesen, hieß es aus der Bundesbank, der damit den beruhigenden Eindruck vermitteln wollte, dass die EZB im Zuge der Anleihekäufe nicht zu viel frisches Geld in den Markt pumpe.

          Allerdings gilt im Euroraum seit der Krise eine Vollzuteilung für die Banken. Das heißt, diese können – gegen Sicherheiten – unbegrenzt Liquidität bei der EZB aufnehmen. Beobachter halten es nun für gut möglich, dass auf der EZB-Ratssitzung am Donnerstag ein Ende der Sterilisierungspolitik beschlossen wird.

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