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Wochenlange Trockenheit : Unüblich wenig Wasser im Rhein

Niedrigwasser im Rhein Bild: dpa

Weil es in den vergangenen Wochen viel weniger geregnet hat als normalerweise zu dieser Jahreszeit, sind die Pegelstände in deutschen Flüssen stark gesunken. Das verteuert die Schifffahrt.

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          Die Trockenheit der vergangenen Wochen schlägt sich immer deutlicher in den Pegelständen der deutschen Flüsse nieder – und lässt auch die Schifffahrt nicht kalt. Besonders betroffen ist der Rhein als Hauptschlagader zwischen der Nordsee und dem wirtschaftsstarken Südwesten. Große Frachter mit einem Tiefgang von mehr als drei Metern dürfen mittlerweile nicht mehr voll beladen fahren, teilt ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts Köln mit. Dort liegt der Mittelwert des Pegelstandes bei 3,21 Meter. Derzeit beträgt der Pegelstand nur noch 1,74 Meter, was für die Schifffahrt in Köln eine verfügbare Fahrrinnentiefe von etwa 2,85 Meter bedeutet.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Situation sei noch nicht dramatisch, heißt es allerorts. Groß ist aber die Furcht, dass es auch in den kommenden Wochen nur spärlich regnet und ein Dürresommer wie 2018 droht. „Am Rhein sind die Wasserstände und Abflüsse momentan zwar noch nicht im extremen Niedrigwasserbereich, liegen aber deutlich unter dem jahreszeitlich Normalen“, sagt Jörg Uwe Belz von der Bundesanstalt für Gewässerkunde der F.A.Z. Gewisse schifffahrtliche Behinderungen lägen damit schon vor.

          Schiffe mit Kies und Benzin etwa dürfen nicht mehr mit vollem Gewicht fahren, sagt eine Sprecherin des Mannheimer Hafens. Container dagegen hätten keinen so großen Tiefgang und seien noch nicht betroffen, auch seien die Einbußen durch die Corona-Krise bislang nicht so arg wie vorhergesagt. Viele Unternehmen hätten aber nur wenig auf Lager, so dass ein weiterer trockener Monat empfindliche Folgen hätte. Der Duisburger Hafen ist nach eigenen Angaben noch nicht so betroffen wie die Häfen am Oberrhein. Aber auch dort wünscht man sich Regen.

          Das Nadelöhr der Rheinschifffahrt liegt bei Kaub südlich von Koblenz. Dort ist der Fluss besonders flach – und die Lage binnen weniger Wochen kritisch geworden. Fachleute schauen aber nicht auf die Pegelstände, da diese nicht der tatsächlichen Fahrrinnentiefe entsprechen, sondern auf den mittleren Abfluss. Bei Kaub beträgt er im langjährigen Mittel 1650 Kubikmeter je Sekunde. Brenzlig wird es bei 783 Kubikmeter, am Montag waren es 968 Kubikmeter. Da erste Schiffe nicht mehr mit voller Ladung fahren können, werden laut Bundesanstalt für Gewässerkunde schon „Kleinwasserzuschläge“ von Reedern erhoben. Sie verteuern die Schifffahrt.

          Bild: F.A.Z.

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