https://www.faz.net/-gqe-a40es
Bildbeschreibung einblenden

Innovation in Deutschland : Auf zur Wissensökonomie

Erstklassige Forschung ist Voraussetzung für Innovation. Bild: Picture-Alliance

Deutschland ist ein erfindungsreiches Land. Es darf den Anschluss an eine von den Vereinigten Staaten und Asien dominierte Wirtschaftswelt nicht verpassen.

          5 Min.

          Deutschland beheimatet die innovativste Volkswirtschaft der Welt. Zu dieser, für viele verblüffenden Feststellung gelangt die Nachrichtenagentur Bloomberg, die jährlich einen Innovationsindex berechnet. Die jüngste Berechnung zeigt Deutschland vor dem Seriensieger Südkorea. Auf den weiteren Plätzen folgen Singapur, die Schweiz, Schweden und Israel. In diesen Index gehen eine ganze Reihe von Indikatoren ein wie die Produktivitätsentwicklung, die Anmeldung von Patenten, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe und die Qualität des Bildungssystems.

          Widerspricht diese Hochschätzung des Standorts Deutschland nicht den verbreiteten Klagen über eine nachhinkende Digitalisierung oder über eine international kaum wettbewerbsfähige Netzinfrastruktur? Nein, die beiden widerstreitenden Eindrücke ergänzen sich vielmehr. Deutschland verdankt seinen Spitzenplatz im Innovationsindex vor allem seiner Leistungsfähigkeit im Maschinenbau und in der Automobilindustrie.

          Angesichts einer nach Ansicht vieler Fachleute nachlassenden Bedeutung der Industrie auf lange Sicht und der bevorstehenden tiefgreifenden Transformation der Automobilindustrie (und ihrer Zulieferer) stellt sich die Frage, wie gut Deutschland tatsächlich für die Zukunft aufgestellt ist. Die deutschen Automobilkonzerne investieren zwar sehr viel Geld in Elektromobilität und autonomes Fahren, und es ist wohl richtig, dass sie besser aussehen als manche traditionelle Fahrzeughersteller im Ausland. Aber die Wende zu einer deutlich größeren Bedeutung der Elektromobilität wird den erfolgsverwöhnten deutschen Unternehmen noch große Herausforderungen bescheren.

          Die Zukunft des Wirtschaftens

          Die Pandemie bewegt viele Menschen, noch grundsätzlicher als zuvor über die Zukunft des Wirtschaftens nachzudenken. Daher spielte das Nachdenken über die Wirtschaft auch eine gebührende Rolle auf dem 16. Innovationstag, der von der Serviceplan-Gruppe gemeinsam mit den Partnern Frankfurter Allgemeine Zeitung, Ad Alliance und Salesforce in diesem Jahr erstmals völlig digital ausgerichtet wurde.

          Einen wichtigen Impuls setzte Lars Feld, der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage („Fünf Weise“). „Dass Wirtschaftskrisen, wie der Corona-Schock, zu strukturellen Veränderungen im Wirtschaftsleben führen, ist eine Binsenweisheit. Krisen transformieren eine Wirtschaft, manches Geschäftsmodell wird obsolet, neue Ideen gewinnen an Boden“, sagt Feld: „Häufig sind aber heutige Zukunftsvisionen, wie die Welt nach Corona aussehen würde, von politischem Wunschdenken geprägt. Wenn etwas die Globalisierung in Frage stellt, dann ist es die geostrategische Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und China und nicht die Pandemie. Ich erwarte allerdings eine Beschleunigung des Strukturwandels durch den Corona-Schock, beispielsweise hin zu neuen Antrieben in der Autoindustrie oder einem Auftrieb für die Digitalisierung.“

          Weitere Themen

          China ist nicht alles

          Asien-Konferenz : China ist nicht alles

          Das Reich der Mitte kommt besser durch die Corona-Krise als andere Länder. Das hilft der deutschen Wirtschaft. Aber die Hoffnungen für die Zukunft liegen auch auf anderen Ländern.

          Topmeldungen

          Kämpft mit dem Brexit und der Pandemie an zwei Fronten: Großbritanniens Premier Boris Johnson

          Desinteresse in Großbritannien : Für viele Briten ist der Brexit erledigt

          In Großbritannien interessiert sich kaum noch jemand für die Verhandlungen über das künftige Verhältnis zur EU. Das liegt nicht nur an der Corona-Pandemie. Auch das Verhalten des Staatenbundes spielt eine wichtige Rolle.

          Fehlstart für Dortmund : Unerklärlich, desolat und einfach schlecht

          Beim Start in die Saison der Champions League zeigt der BVB bei der Niederlage bei Lazio Rom eine erschreckende Leistung. Die Kritik ist groß. Und nun wartet auch noch eine ziemlich brisante Aufgabe auf die Dortmunder.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.