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Bessere Konjunktur : Unternehmen wollen wieder mehr Mitarbeiter einstellen

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Ein Mitarbeiter im Volkswagenwerk in Zwickau komplettiert einen VW ID.4 Bild: dpa

Das wichtige Ifo-Barometer klettert zum fünften Mal in Folge. Dabei entwickeln sich die einzelnen Branchen sehr unterschiedlich - und gleichzeitig setzt die Wirtschaft weniger um.

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          Mit der besseren Konjunktur planen wieder mehr deutsche Unternehmen mit Neueinstellungen. Das Beschäftigungsbarometer kletterte im September um 0,9 auf 96,3 Punkte und damit zum fünften Mal in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Februar, danach drückte die Corona-Krise die Einstellungsbereitschaft der Firmen deutlich. „Die wirtschaftliche Erholung spiegelt sich mehr und mehr auch in der Beschäftigung wider“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Das Institut rechnet nach dem historischen Corona-Einbruch von 9,7 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr im zu Ende gehenden Sommerquartal mit einem Wachstum von 6,6 Prozent.

          Die Industrie setzte ihren Aufwärtstrend zuletzt fort. „Insgesamt werden jedoch immer noch eher Mitarbeiter entlassen als eingestellt“, sagte Wohlrabe. Die Dienstleister planen dagegen, mehr Personal einzustellen - insbesondere die IT-Dienstleister. Im Handel machte das Beschäftigungsbarometer einen deutlichen Sprung nach oben. Auch im Bauhauptgewerbe planen die Unternehmen nun, ihr Personal aufzustocken. 

          Im August weniger umgesetzt

          Gleichzeitig haben Industrie, Bau, Handel und Dienstleister im August erstmals nach zuvor drei Anstiegen in Folge weniger eingenommen. Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft fiel saison- und kalenderbereinigt um 1,3 Prozent niedriger aus  als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. "Nach dem Tiefpunkt im April 2020 und der anschließenden dreimonatigen Erholungsphase zeichnet sich erstmals wieder ein Umsatzrückgang ab." Aufgrund von Nachmeldungen könne sich das  Ergebnis jedoch noch erhöhen. Der aktuelle Wert liegt um 4,7 Prozent niedriger als im Februar, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

          Die Statistiker nutzen für diesen Indikator die monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen. Das ermöglicht frühzeitige Aussagen - noch bevor die amtlichen Ergebnisse aus den Erhebungen nach Wirtschaftsbereichen vorliegen. Der Frühindikator weise aber noch  nicht die methodische Reife und Belastbarkeit amtlicher Statistiken auf und zähle daher zu den experimentellen Daten. Seit Beginn der Veröffentlichungen ab April mussten die zunächst berechneten Veränderungsraten später jeweils um zwei bis drei Prozentpunkte nach oben revidiert werden. "Zeigt sich dieses Muster auch bei den aktuellen Angaben, ergäbe sich ein Plus für die Umsatzentwicklung im August 2020", so das Bundesamt.

          Das Bruttoinlandsprodukt war im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie im Rekordtempo von 9,7 Prozent eingebrochen. Für das zu Ende gehende Sommerquartal sagen Experten eine kräftige Erholung voraus. Das Ifo-Institut etwa rechnet mit einem  Wirtschaftswachstum von 6,6 Prozent.

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