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Besuch in Zypern : Tsipras: Euro-Austritt würde Südosteuropa gefährden

  • Aktualisiert am

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras ist zu Besuch beim zyprischen Präsidenten Nicos Anastasiades. Man empfängt ihn mit militärischen Ehren. Bild: AP

Zypern und Griechenland ohne Euro? Das wäre ein schwerer Schlag für Europa, sagt Alexis Tsipras. Der neue griechische Regierungschef und sein Finanzminister Giannis Varoufakis werben derzeit in Europa für ihren Kurswechsel.

          Der neue griechische Regierungschef Alexis Tsipras sieht die Stabilität des Südosten Europas in Gefahr, wenn Griechenland oder Zypern sich vom Euro verabschieden würden. Ein Austritt Griechenlands oder Zyperns aus der Eurozone wäre ein schwerer Schlag für Europa und würde die Stabilität im östlichen Mittelmeer gefährden, erklärte Tsipras nach einem Treffen mit dem zyprischen Staatspräsidenten Nikos Anastasiades am Montag in Nikosia.

          „Die Eurozone ohne Zypern und Griechenland würde eine Amputation des Südostens Europas bedeuten“, sagte Tsipras. Die beiden EU-Staaten seien ein Stabilitätsfaktor im östlichen Mittelmeer trotz der aktuellen Finanzprobleme. Europa brauche „heute mehr als je zuvor“ Wachstum, fügte Tsipras hinzu.

          Griechenland rechnet nach Worten des neuen griechischen  Regierungschef Alexis Tsipras nicht mit einem Kredit aus Russland. Auf die Frage, ob Griechenland einen Kredit aus Russland erwarte oder einen beantragen würde, sagte Tsipras am Montag in Nikosia: „Es gibt im Moment keinen solchen Gedanken.“ Griechenlands „einziges und ausschließliches Ziel“ sei, die Verhandlungen mit seinen Partnern in der EU erfolgreich abzuschließen, sagte Tsipras nach einem Treffen mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades.

          Tsipras bietet Verhandlungen in der Ukraine-Krise an

          Was die Krise in der Ukraine betrifft, seien sowohl Zypern als auch Griechenland bereit, für den Frieden zu vermitteln, erklärte Tsipras. Athen und Nikosia wollten ihre guten Beziehungen zu Moskau nutzen, „damit eine notwendige Brücke zwischen Europa und Russland geschlagen wird“, fügte Tsipras hinzu. Weiter sagte er, die Verwandlung des Krieges in der Ostukraine in einen Wirtschaftskrieg werde „kein positives Ergebnis für die Völker Europas haben“

          Regierungschef Alexis Tsipras und sein Finanzminister Giannis Varoufakis werben derzeit in Europa für ihren Kurswechsel. Varoufakis wird am Montag in London erwartet. Er will nach eigenen Worten auch bald nach Deutschland kommen, um die griechische Position zu erläutern.

          Bis Ende Februar will Athen detaillierte Pläne auf den Tisch legen. Bis Ende Mai hofft die Regierung laut Varoufakis auf eine neue, international abgestimmte Lösung, was den Umgang mit der griechischen Schuldenkrise angeht.

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