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Hoffnungsschimmer : Trotz der Krise klettert der Ifo-Index weiter

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai abermals aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 84,2 Punkte - das ist der höchste Stand seit November 2008. Fachleute hatten aber sogar einen noch kräftigeren Anstieg erwartet.

          Trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise geben sich Deutschlands Geschäftsleute optimistisch: Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Mai auf 84,2 Punkte. Im Vormonat hatte der Index noch bei 83,7 Zählern gestanden, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Montag mitteilte. Damit erreichte das wichtigste deutsche Konjunktur-Barometer den höchsten Stand seit November 2008.

          Analysten hatten zwar mit einem Anstieg gerechnet, diesen aber im Schnitt sogar noch höher veranschlagt, als er tatsächlich ausfiel. Die Unternehmen bewerteten ihre Aussichten bis Jahresende besser als im April. Ihre Geschäftserwartungen stiegen im Mai von 83,9 Punkten im Vormonat auf 85,9 Punkte. Dies war bereits der fünfte Anstieg in Folge. Ihre derzeitige Lage schätzten die Unternehmen dagegen überraschend schlechter ein als im Vormonat. Die Lagebeurteilung sank von revidiert 83,5 (zunächst 83,6) Punkten auf 82,5 Punkte.

          Im verarbeitenden Gewerbe blieb das Geschäftsklima unverändert, während es sich im Groß- und Einzelhandel sowie im Dienstleistungssektor verbesserte. Im Baugewerbe trübte sich die Stimmung hingegen abermals ein. Das Ifo-Geschäftsklima ist der wichtigste Stimmungsindikator für die deutsche Wirtschaft und basiert auf einer Umfrage unter rund 7000 Unternehmen.

          Optimistische Geschäftsleute: Der Ifo-Index ist schon wieder gestiegen

          Der Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn kommentierte den Anstieg verhalten positiv: „Damit zeichnet sich eine allmähliche Stabilisierung der Wirtschaftsleistung auf niedrigem Niveau ab“, sagte er. Der Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger ergänzte: „Der freie Fall der Wintermonate liegt hinter uns.“ Die Situation beruhige sich. Die Wirtschaft sei aber weiter im Abschwung, ein Aufschwung nicht in Sicht.

          Ganz ähnlich bewerteten Bankvolkswirte die Zahlen: „Das ist ein weiteres klares Signal dafür, dass der Sturzflug der deutschen Wirtschaft beendet ist“, sagte Jörg Krämer von der Commerzbank. „Die Rezession hat an Tempo verloren. Sie könnte im Herbst enden.“ Man solle den Anstieg aber nicht überbewerten. Es werde nur „eine blutleere Aufwärtsbewegung“ folgen. Auch Uwe Angenendt von der BHF-Bank sagte: „Die Aufwärtsentwicklung ist noch nicht sehr stabil.“

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