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Trotz dritter Corona-Welle : Aus der Wirtschaft kommen positive Signale

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Hamburger Köhlbrandbrücke im Sonnenuntergang: Gerade aus der Industrie kommen trotz Lockdown positive Signale. Bild: dpa

In Deutschland sind im März 200.000 Menschen weniger in Kurzarbeit als noch im Februar. Und das ist nicht die einzige gute Nachricht. Gerade die Industrie scheint sich gut an den Lockdown gewöhnt zu haben.

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          Die dritte Corona-Welle rollt, der Staat vermeldet ein Rekorddefizit – und die Kurzarbeit in Deutschland geht zurück. Was unwahrscheinlich klingt, trifft tatsächlich zu, wenn man den Schätzungen des Ifo-Instituts folgt. Im März sei die Zahl der Deutschen in Kurzarbeit nach 2,9 Millionen im Februar auf 2,7 Millionen zurückgegangen, teilten die Münchner Forscher am Mittwoch mit.

          Das entspricht 8 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland, vorher waren es fast 9 Prozent. „Der Rückgang fand in fast allen Wirtschaftszweigen statt, insbesondere in der Industrie“, sagte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link.

          Tatsächlich verzeichnete die exportabhängige Industrie einen deutlichen Rückgang der Kurzarbeit, die Zahl der gegen staatlichen Lohnausgleich vermindert Beschäftigten sank um 58.000 Personen (auf 436.000, nach 494.000 im Februar). „Seit April 2020 hat sich hier der Anteil der Beschäftigten in Kurzarbeit damit ständig verringert und liegt unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt“, hieß es vom Ifo-Institut. Die Industrie profitiert von der Erholung des Welthandels, die von den beiden größten Volkswirtschaften der Welt, Amerika und China, getrieben wird.

          Anders als die Industrie hat der Dienstleistungssektor eine lange Durststrecke hinter sich. Doch auch von dort kamen positive Nachrichten: Im März ist der Bereich erstmals seit einem halben Jahr wieder gewachsen. Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 5,8 auf 51,5 Punkte, wie das Institut IHS Markit am Mittwoch auf Basis seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte. Das bedeutet, dass er nicht weiter schrumpft, sondern wieder leicht wächst – Werte über 50 auf dem gerade an den Finanzmärkten beachteten Barometer stehen für Expansion.

          Markit-Ökonom Phil Smith führte das auf die einerseits gelockerten Einschränkungen des Lockdowns zurück, aber auch auf die „zurückgekehrte Zuversicht der Kundschaft“. Markit-Chefökonom Chris Williamson resümierte: „Angeführt vom rasanten Produktionswachstum in Deutschland boomte der Industriesektor, und der schwer gebeutelte Servicesektor stabilisierte sich.“ Durch die Impfkampagnen seien die Wachstumserwartungen so optimistisch wie seit über drei Jahren nicht mehr. Nach Einschätzung von Williamson deutet die Umfrage darauf hin, dass die Wirtschaft die jüngsten Lockdowns „weitaus besser verkraftet hat als von vielen erwartet“.

          Die positive Entwicklung des Dienstleistungssektors zeigt sich auch in der Zahl der Kurzarbeiter. Der Anteil der kurzarbeitenden Beschäftigten liegt dem Ifo-Institut zufolge im Handel mit 15,8 Prozent zwar mehr als doppelt so hoch wie in der Industrie, allerdings verzeichnete die Branche den stärksten Rückgang im März. Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit nahm um fast 100.000 auf 718.000 ab.

          Vor allem der Einzelhandel (20,2 Prozent) und der Autohandel (11,7 Prozent) greifen laut Ifo noch stark auf Kurzarbeit zurück, der Großhandel liegt bei 10 Prozent. „Die leichten Lockerungen haben auch im Handel und im Gastgewerbe zu einem Rückgang geführt“, sagte Fachmann Link. Allerdings sei der Anteil an Kurzarbeitern im Gastgewerbe mit 50,8 Prozent „weiter sehr, sehr hoch“.

          Trotz der sich andeutenden Aufhellung der Lage dürfte die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal aber geschrumpft sein. Die Bundesbank setzt aufgrund des wieder erstarkten Corona-Infektionsgeschehens und der schärferen Eindämmungsmaßnahmen ein Fragezeichen hinter ihre Konjunkturprognose für 2021. Die Wahrscheinlichkeit habe abgenommen, dass die im Dezember für das laufende Jahr getroffene Vorhersage von 3 Prozent Wirtschaftswachstum noch erreicht werde, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

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