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Statistisches Bundesamt : Weniger Arbeitnehmer haben einen befristeten Vertrag

Die Zahl der traditionellen Normalarbeitsverhältnisse ist im Jahresvergleich kräftig gestiegen Bild: dpa

Unsichere neue Arbeitswelt? Nunja, zumindest der Trend geht in die andere Richtung: Jüngsten Zahlen zufolge sinkt die Zahl der Menschen mit befristeten Verträgen. Auch andere atypische Beschäftigungen sind auf dem Rückzug.

          Die Beschäftigung in Deutschland legt kräftig zu, doch die Zahl der sogenannten atypischen Arbeitsverhältnisse – darunter die befristete Beschäftigung – geht zurück. Das zeigen neue Daten des Statistischen Bundesamts für 2013, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegen. Im Jahresdurchschnitt waren diesen Angaben zufolge 2,61 Millionen Arbeitnehmer mit einem zeitlich befristeten Vertrag tätig, das waren 128.000 oder 4,7 Prozent weniger als noch 2012. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen stieg demgegenüber im Vergleich zum Vorjahr um 228.000 oder 0,6 Prozent auf 41,8 Millionen.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Als „atypisch“ bewertet das Statistische Bundesamt zum einen alle Arbeitsverhältnisse, die befristet sind oder deren Wochenarbeitszeit unter 20 Stunden liegt. Zum anderen zählt die Behörde alle Zeitarbeitsverhältnisse dazu. Grundlage der neuen Daten ist der jährliche Mikrozensus, eine breit angelegte Befragung von 60.000 Haushalten in ganz Deutschland. Bemerkenswert an den neuen Ergebnissen ist, dass fast alle Formen der atypischen Beschäftigung im Jahresvergleich abgenommen haben – während umgekehrt die Zahl der traditionellen Normalarbeitsverhältnisse kräftig gestiegen ist.

          Die Zahl der vom Mikrozensus erfassten Zeitarbeiter sank beispielsweise um 41.000 auf 704.000, die Zahl der erfassten Minijobber im Alter zwischen 15 und 65 Jahren ging um 47.000 auf 2,5 Millionen zurück. Ebenso verringerte sich in der Gruppe der Selbstständigen die Zahl der Selbstständigen, die keine Angestellten haben, um 104.000 auf 2,15 Millionen – und damit deutlich überproportional. Die Zahl der erfassten Selbstständigen mit Angestellten nahm im Jahresvergleich um 10.000 auf 1,75 Millionen ab.

          Deutlich mehr Erwerbstätige über 65

          Leicht erhöht hat sich den amtlichen Daten zufolge die Zahl der Teilzeitstellen mit weniger als 20 Stunden Wochenarbeitszeit. Sie stieg um 28.000 auf 5,05 Millionen. Allerdings erhöhte sich im gleichen Zeitraum die Zahl der Teilzeitstellen mit einer Arbeitszeit von 20 Stunden deutlich stärker. Sie stieg um 144.000 auf 2,9 Millionen. Eine häufig gegen Teilzeitarbeit vorgebrachte Kritik lautet, dass viele der Teilzeitkräfte eigentlich gerne länger arbeiten würden. Dieses Problem hat sich damit offenbar im vergangenen Jahr ein Stück weit entschärft.

          Die Zahl der vollzeitbeschäftigten Normalarbeitnehmer wuchs im vergangenen Jahr um 373.000 auf 24,6 Millionen. Dies ist zugleich der höchste Wert seit fast zwei Jahrzehnten. Mehr Normalarbeitsverhältnisse ermittelten die Statistiker bisher nur in den Jahren unmittelbar nach der Wiedervereinigung. Im Gegensatz zu neueren Beschäftigungsformen wie der Teilzeit- oder Zeitarbeit zählten allerdings die damaligen Vollzeitstellen in konkursbedrohten ehemaligen DDR-Betrieben in der Statistik als Normalarbeitsverhältnisse.

          Jenseits davon verzeichneten die Statistiker für das vergangene Jahr allerdings auch Zuwächse für zwei Personengruppen, die eher am Rande des Arbeitsmarktes stehen: Die Zahl der Erwerbstätigen, die sich in Berufsausbildung oder anderen Bildungsformen befinden, erhöhte sich um 140.000 auf 3,2 Millionen; die Zahl der älteren Erwerbstätigen über 65 Jahren stieg um 90.000 auf 916.000.

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