https://www.faz.net/-gqe-7ntk3

Preise : Inflationsrate in Deutschland fällt auf 1 Prozent

  • Aktualisiert am

Lebensmittelpreise steigen nicht mehr so schnell wie im vergangenen Jahr. Bild: dpa

Energie wird weiter günstiger, und die Lebensmittelpreise steigen nicht mehr so schnell wie letztes Jahr: Die Teuerungsrate in der Bundesrepublik sinkt auf den niedrigsten Wert seit 2010.

          1 Min.

          Die Preise in Deutschland steigen so langsam wie seit gut dreieinhalb Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im März nur noch um durchschnittlich 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet.

          „Das ist der niedrigste Wert seit August 2010“, sagte eine Statistikerin. „Dafür sorgte vor allem der geringere Preisauftrieb bei den Nahrungsmitteln.“ Zuvor befragte Ökonomen hatten mit einer Teuerungsrate von 1,1 Prozent gerechnet, nachdem sie im Februar bei 1,2 Prozent gelegen hatte.

          In Spanien ging die Teuerungsrate im März ebenfalls zurück, teilte schon am Vormittag die Statistikbehörde in Madrid mit: Die viertgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion ist den Angaben zufolge sogar in eine leichte Deflation gerutscht - erstmals seit dem Finanzkrisenjahr 2009.

          Dass Deutschland das in der aktuellen Situation auch passiert, ist nahezu ausgeschlossen: Die Zeichen stehen hierzulande eher auf mehr Wachstum, die Beschäftigung ist hoch, die Arbeitslosigkeit niedrig. Die aktuellen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst und die Ankündigungen der Lufthansa-Piloten zeigen abermals, dass die Arbeitnehmer aggressiver auftreten und eher größere Lohnsteigerungen durchsetzen werden als in den Vorjahren.

          Die deutsche Teuerungsrate wird vor allem von weiter steigenden Lebensmittelpreisen getrieben. Gerade viele Obst- und Gemüsesorte, aber auch Butter waren noch im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark teurer geworden. Nun hat sich der Lebensmittel-Preisauftrieb auf 2,2 Prozent verringert gegenüber dem März 2013. Im Vormonat hatte es hier noch ein Plus von 3,5 Prozent gegeben. Energie wiederum verbilligte sich mit 1,6 Prozent nicht mehr ganz so stark wie zuletzt im Februar.

          Ökonomen nennen als einen Grund für die sinkende Teuerung die unter Discountern wie Aldi und Lidl ausgebrochene Preisschlacht. Beide Anbieter, aber auch andere Ketten verbilligten gerade erst zahlreiche Fleischsorten. „Der harte Konkurrenzkampf im Lebensmittelhandel dämpft die Preise“, sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

          Experten zufolge müssen sich die Deutschen aber wieder auf höhere Inflationsraten einstellen: Im kommenden Jahr 2015 könnte sie mit 2,5 Prozent mehr als doppelt so hoch liegen wie derzeit, sagen etwa die Fachleute der DZ Bank und des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) voraus. Grund für diese Einschätzung sind die vorhergesagten höheren Wachstumsraten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.