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Abschwung am Ende? : Deutschland entgeht der Rezession

  • Aktualisiert am

Geht die Sonne auf oder unter über der deutschen Konjunktur, hier der Hamburger Hafen? Bild: dpa

Die deutsche Wirtschaft wächst wieder – entgegen vieler Warnungen. Das liegt nicht nur an kauffreudigen Verbrauchern.

          1 Min.

          Die deutsche Wirtschaft ist der Rezession knapp entgangen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs von Juli bis September überraschend um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Wäre die Wirtschaft geschrumpft, wie von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte vorhergesagt hatten, wäre Deutschland in der Rezession gewesen. Davon sprechen Ökonomen bei zwei Minus-Quartalen in Folge. Das gab es zuletzt zum Jahreswechsel 2012/13.

          Im zweiten Vierteljahr hatte es nach revidierten Zahlen dagegen noch einen Rückgang um 0,2 Prozent gegeben, nachdem Europas größte Volkswirtschaft zum Jahresauftakt nach neuer Berechnung ein Wachstum von 0,5 Prozent verbuchen konnte.

          Handelskonflikte, schwächere Weltkonjunktur und Brexit-Chaos setzen der exportabhängigen deutschen Wirtschaft zu. Hinzu kommen die Probleme in der Autobranche. Die Industrie hat deshalb fünf Quartale in Folge ihre Produktion gedrosselt. Unter der Flaute in der Industrie leiden inzwischen auch viele unternehmensnahe Dienstleister, etwa die Logistikbranche.

          Dieses Jahr 0,5 Prozent Wachstum

          Einen dauerhaften Absturz der deutschen Wirtschaft nach Jahren des Aufschwungs erwarteten viele Volkswirte ohnehin nicht. „Der Aufschwung ist beendet, bislang ist jedoch nicht von einer breiten und tiefgehenden Rezession auszugehen“, schreiben die fünf „Wirtschaftsweisen“ als Top-Berater der Bundesregierung in ihrem jüngst veröffentlichten Herbstgutachten.

          Sie sagen Deutschland in diesem Jahr ein Wachstum von 0,5 Prozent voraus, 2018 hatte die Wirtschaft noch um 1,5 Prozent zugelegt. 2020 soll es zu einer Beschleunigung auf 0,9 Prozent kommen, allerdings nur aufgrund der höheren Anzahl an Arbeitstagen.

          Überraschend legten auch die Exporte im September wieder zu: Es wurden 4,6 Prozent mehr Waren „Made in Germany“ ins Ausland verkauft als ein Jahr zuvor. Auf Jahressicht liegen die Ausfuhren mit 997,1 Milliarden Euro noch um knapp ein Prozent im Plus.

          Der private Konsum ist bislang eine stabile Stütze der Konjunktur, wie auch im Sommerquartal. Ein Grund dafür sind die niedrigen Arbeitslosenzahlen. Allerdings dämpft die schwächelnde Konjunktur zunehmend auch die Stimmung der Verbraucher: Die Marktforscher der Nürnberger GfK ermittelten in ihrer monatlichen Konsumklimastudie für November den niedrigsten Wert seit Herbst 2016.

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