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Schuldenkrise : IWF: Mehr Reformen in Spanien nötig

  • Aktualisiert am

Das Logo des Internationalen Währungsfonds in Washington Bild: dpa

Spanien bleibt ein Problemkind der Eurokrise. Im neuen Länderbericht fordert der IWF Europa auf, Spanien noch mehr bei seinem Anpassungsprozess zu unterstützen. Doch auch Spanien müsse mehr tun.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Europäer aufgefordert, Spanien noch mehr bei seinem Anpassungsprozess zu unterstützen. „Europa muss mehr tun“, hieß es in dem neuen IWF-Länderbericht zu Spanien vom Mittwoch. Die Euro-Zone habe zwar schon viel zur Sanierung des Bankensektors in dem Land beigetragen. Das sei aber nicht ausreichend. Von besonderer Bedeutung für Spanien wären schnellere Fortschritte hin zu einer Bankenunion. Auch die EZB könnte mehr tun, etwa um die Kreditkosten für Spaniens Unternehmen zu vermindern.

          Der IWF bescheinigte Spanien eine erfolgreiche Reformpolitik. Allerdings seien angesichts der hohen Arbeitslosigkeit unverzüglich Schritte zur Wachstumsförderung und damit für mehr Stellen nötig. Bei wichtigen und schwierigen Reformen sei das Land vorangekommen. „Aber ein scharfer Gegenwind hat die Wirtschaft in einer Rezession inmitten von unakzeptabel hoher Arbeitslosigkeit feststecken lassen“, befand der Fonds.

          Zwar sieht der IWF erste Anzeichen, dass die wirtschaftliche Talfahrt in Spanien bald enden könnte, doch bleibe der Ausblick schwierig. Im späteren Verlauf des Jahres sollte die Wirtschaft wieder wachsen und mittelfristig auf eine Zuwachsrate von einem Prozent zusteuern. Die Erholung des Arbeitsmarktes werde jedoch nur begrenzt sein. Der Impuls werde von der Außenwirtschaft kommen, aber zunächst wohl nicht ausreichen, die Wirtschaft insgesamt wieder kräftig voranzubringen.

          Spanien selbst müsse die geplanten Programme umsetzen und noch darüber hinaus gehen, hieß es weiter. Konkret mahnt der Fonds weitere Reformen der arbeitsrechtlichen Bestimmungen in dem südeuropäischen Euro-Land an. Die Firmen bräuchten mehr Flexibilität bei Neueinstellungen und Entlassungen. Zugleich hält der IWF aber auch eine fortschreitende Haushaltssanierung für nötig. Die Banken des Landes müssten stärker auf die Qualität ihrer Kapitalbasis achten, teilte der IWF weiter mit. Die anhaltende Talfahrt der Wirtschaft sei ein Risiko. Das Bankensystem sei inzwischen aber stärker geworden.

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