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Schuldenkrise : EU bastelt angeblich neues Spanien-Hilfspaket

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Offenbar verhandeln Brüssel und Madrid schon über die Details eines Hilfspakets. Bild: dpa

Angeblich bereitet die EU im Geheimen ein neues Hilfsprogramm für Spanien und unbegrenzte Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) vor. Das berichtet eine Zeitung. Es seien schon direkte Verhandlungen mit Spaniens Finanzminister geführt worden.

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          Die spanische Regierung wird nicht müde zu versichern, dass sie den Euro-Rettungsschirm nicht in Anspruch nehmen möchte. Doch jetzt widerlegt ein neuer Bericht diese Beteuerungen: Angeblich bereitet die EU im Geheimen ein neues Hilfsprogramm für Spanien und unbegrenzte Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) vor. Das berichtet die Financial Times.

          Die Zeitung zitiert mit der Angelegenheit vertraute Personen mit der Aussage, die Europäische Kommission verhandle derzeit mit der spanischen Regierung über die Forderungen der internationalen Geldgeber - um sicherzustellen, dass die Bedingungen erfüllt sind, bevor Madrid einen offiziellen Hilfsantrag stelle. Ein entsprechendes Wirtschafts-Reformprogramm solle kommende Woche vorgestellt werden, hieß es weiter.

          Die Verhandlungen seien direkt mit Spaniens Finanzminister Luis de Guindos geführt worden. Zentrum des Reformpakets sollen die seit langem von Brüssel geforderten strukturellen Reformen für die Wirtschaft des Landes sein; es solle nicht vordergründig um Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen gehen.

          Banken brauchen wohl 70 bis 80 Milliarden Euro

          Derweil kristallisiert sich heraus, dass der Stresstest für die angeschlagenen spanischen Banken wohl für diese einen Kapitalbedarf von 70 bis 80 Milliarden Euro ergeben wird. 20 Milliarden Euro haben die Geldhäuser allerdings schon zum Stopfen der Löcher bekommen. Daher dürfte Spanien von den 100 Milliarden Euro, die es von seinen Euro-Partnern zur Banken-Stützung in Aussicht gestellt bekommen hat, nun 50 bis 60 Milliarden Euro in Anspruch nehmen.

          Genaue Zahlen würden zwar erst in der kommenden Woche vorliegen, sagte der Chef der zweitgrößten spanischen Bank BBVA, Francisco Gonzales, am Donnerstag. Es werde aber wohl um „70, 75 oder 80 Milliarden Euro“ gehen, fügte er hinzu. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte, das würde sich mit den Erwartungen ihres Hauses decken. Aus Kreisen der Notenbank hieß es, diese habe am Donnerstagmorgen damit begonnen, die Banken über die Ergebnisse des Stresstests zu informieren.

          Offiziell soll dessen Ergebnis am 28. September vorgestellt werden. Zuletzt war bereits allgemein erwartet worden, dass die Banken 50 bis 60 Milliarden Euro aus dem 100-Milliarden-Topf benötigen werden.

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